Radeln, weite Natur und Schiffe gucken

Schiffegucken ist am Nord-Ostsee-Kanal ein interessanter Zeitvertreib.
 
Der Nord-Ostsee-Kanal ist meistbefahrenste künstliche Wasserstraße der Welt.
Brunsbüttel (pd/dd). Gespannte Erwartung bei Kanalkilometer Null, Schleuse Brunsbüttel: sieben Uhr ist durch, nur das Kreuzfahrtschiff noch nicht. Dabei sollte es jetzt einfahren von der Elbe in den Nord-Ostsee-Kanal. Schiffegucken ist der schönste Zeitvertreib in Brunsbüttel, und der Zettel mit den gemeldeten Traumschiff-Passagen das mit Abstand beliebteste Stück Papier vom nahen Tourismus-Büro.

Der Kanal ist die meistbefahrenste künstliche Wasserstraße der Welt, auch wenn Luxusliner eher selten zu sehen sind. Von Brunsbüttel bis zum Gieselau-Kanal sind es schöne und spannende 40 Kilometer Dithmarschen. Am Kanalkilometer Null, dort, wo in den gewaltigen Schleusenbecken Tanker und Frachter gehoben und gesenkt werden, kann der Reisende dem Schauspiel zusehen. Für manch einen Seemann mag dies hier der letzte Hafen vor New York sein, andere Matrosen freuen sich vielleicht auf die baldige Ankunft in Skandinavien oder St. Petersburg. Der Radfahrer träumt ein wenig von der weiten Welt und macht sich auf ins Dithmarscher Hinterland – Fernweh und Landliebe im Gepäck.

An der Strecke queren kostenlose Fähren den Kanal. Wer mag, kann gleich hier zu Beginn mit der Fähre in den Brunsbütteler Süden übersetzen, um ein paar hundert Meter kanalaufwärts wieder zurückzukehren – die Route führt nun durchs Ländliche. Der Kanal ist ein moderner Verkehrsweg, das Land links und rechts davon oft Natur pur. Die Karten verzeichnen Routen, die abseits des Kanals zu kleinen, sehenswerten Städten wie Burg führen oder durch Naturschutzgebiete wie das um den Kudensee, ein Paradies für die Vogelwelt und ein wichtiges Überwinterungsgebiet für Zugvögel.

Der Plattenweg am Ufer ist eine ruhige Radstrecke mitten in der Natur. Der Kanal ist streckenweise sonderbar leer, weil die Schiffe oft im Verband fahren. Erst stampfendes Dröhnen kündigt eine Parade Frachter an und Wellen schwappen sacht ans Ufer. Immer wieder lohnen sich Abstecher ins Hinterland – dort gibt es nostalgische Gasthöfe und heimatkundliche Museen.

Weiter am Kanal entlang geht es zum Steinzeitpark Dithmarschen (nahe Albersdorf). Der Weg führt in eine Landschaft, die bereits vor 6000 Jahren bewohnt war. Geheimnisvolle Steinzeitgräber geben davon Zeugnis. Mitten im Wald steht eines dieser fast 50 Meter langen Gräber aus der Jungsteinzeit. Bernsteinschmuck und Steinwerkzeuge haben Forscher dort gefunden.

Wie Menschen dort vor tausenden Jahren gelebt haben, ist im Steinzeitpark Dithmarschen rekonstruiert und ein ganzes Steinzeitdorf zeigt das Leben, wie es vor 5000 Jahren zeigt. Für Besucher gibt es Aktionen zum Mitmachen, beispielsweise können Faustkeile, Sicheln und Speerspitzen hergestellt werden.

Wer am Kanal unterwegs ist, der kann nicht nur die grüne und weite Natur Westholsteins genießen, sondern auch immer wieder Schiffe entdecken und ein wenig Fernweh genießen. Die Termine der Kreuzfahrtpassagen 2017 im Nord-Ostee-Kanal finden sich unter www.schleusenmeile-brunsbuettel.de. Bis Oktober gibt es im Steinzeitpark Dithmarschen eine Sonderausstellung zum Thema Weltgarten und am 2. September wird am Nord-Ostsee-Kanal das Lichterfest „Romantika“ gefeiert. Alle weiteren Informationen für Touren am Kanal gibt es unter www.echt-dithmarschen.de.
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