Schwarzes Display am Ticketautomat - was tun?

Wenn kein Ticket zu bekommen ist, darf der Fahrgast einfach in den Zug steigen. Fotos: azi
Borken (azi). Auf dem Bahnhof in Borken ist der Ticketautomat kaputt. In den letzten Wochen war das Display schwarz und an den Kauf einer Fahrkarte damit nicht zu denken. Im vorigen Jahr hatte der Stempelautomat ein paar Tage lang keine Tinte mehr, oder der Ticketautomat nahm weder EC-Karte noch Bargeld. Was also tun, wenn man außerhalb der Öffnungszeiten des DB-Ticketshops Zugfahren will, aber nicht an eine Fahrkarte kommt und auch keine Zugtickets auf Vorrat mit sich herumträgt. Einfach in den Zug steigen und hoffen, dass kein Kontrolleur kommt? Wir haben bei der Nord-West-Bahn nachgefragt: „Wir wissen, dass der Automat in Borken störungsanfällig ist. Momentan warten wir auf ein Ersatzteil. Wann genau der Automat wieder funktioniert, können wir leider noch nicht sagen“, so Stephanie Nölke, Mitarbeiterin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der NordWest-Bahn.

Da der Kunde allerdings erwarten kann einen funktionierenden Automaten vorzufinden, darf er in so einem Fall auch ohne Fahrschein in die Züge der Nord-West-Bahn einsteigen. „Unsere Zugbegleiter sind vernetzt, im Regelfall ist bekannt, dass ein Automat nicht funktioniert“, so Nölke. „Und sie sind dazu aufgerufen, kulant zu sein“. Wird ein Fahrgast kontrolliert, bekommt er dann allerdings das Formular für das erhöhte Beförderungsentgeld ausgehändigt. „Allerdings nicht zum ‚Schwarzfahrertarif‘“, sondern nur über den Preis des eigentlichen Fahrscheins“, erklärt Nölke. Zu befürchten hat der Fahrgast nichts. „Allerdings muss er uns dann den Ticketpreis überweisen. Diese Arbeit können wir dem Kunden leider nicht abnehmen“, so Nölke. Auch wenn der DB-Ticketshop der Deutschen Bahn geöffnet ist und der Fahrgast aufgrund einer langen Schlange nicht mehr rechtzeitig an ein Ticket kommt, kann er einsteigen, sollte sich dann aber direkt an den Zugbegleiter wenden und die Situation erklären.

„Zum Kauf von Tickets auf Vorrat ist niemand verpflichtet, auch wenn wir viele umsichtigen Kunden haben, die das tatsächlich tun“, so Nölke. Anders ist die Situation wenn beim Zugbegleiter der NordWestBahn unbekannt ist, dass ein Automat nicht funktioniert. Dann kann es Sinn machen, mit dem Smartphone ein Foto von der angezeigten Störung zu knipsen. Denn ist der Kunde allein mit seinem Problem und der Zugbegleiter glaubt ihm nicht vollständig, kann er eine Rechnung über das erhöhte Beförderungsentgeld über die vollen 60 Euro bekommen. Reduziert auf den eigentlichen Fahrpreis wird dann erst, wenn von Seiten der Nord-Westbahn geprüft wurde, ob der Automat wirklich defekt ist. „Allerdings wird in so einem Fall auf der Rechnung vermerkt, dass der Fahrgast einen kaputten Automaten als Grund angeben hat“, erklärt Nölke. „Wir haben sehr viele ehrliche Kunden, allerdings müssen wir auch genau prüfen, da es schwarze Schafe gibt.“ Wer vorsorgen will: Fahrkarten am DB-Ticketschalter sind von Montag bis Freitag von 8 bis 12.30 Uhr sowie von 13.30 bis 17.30 Uhr und samstags von 9 bis 12.30 Uhr zu bekommen.
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