Schwertransporter mit Kindersitz: Familienautos auf Urlaubsreise

Das Auto für den Familienurlaub will richtig gepackt sein.
 
Ein fachgerecht montiertes Trenngitter schützt die Passagiere bei Vollbremsung.
Borken (pd/hie). Die Deutschen lieben ihr Auto, auch im Urlaub. Bei rund der Hälfte aller Urlaubsreisen kommt der eigene Wagen zum Einsatz. Viele schätzen dabei die Möglichkeit, ihr Gepäck unkompliziert mitnehmen zu können. Für den Transport sollten Urlauber jedoch ein paar wichtige Grundsätze beachten.

Bis zum Dach vollgeladene Pkw sind vor allem zu Urlaubszeiten auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs. Denn alles, was die Ferien angenehm macht, soll schließlich mit an den Urlaubsort. Oft wird der Wagen dazu aber mehr oder weniger planlos vollgestopft. Die Folge: Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer können gefährdet werden. Gesamtgewicht, Gepäcksicherung und Dach- oder Heckgepäckträger sollte jeder Auto-Urlauber deshalb besonders im Auge behalten.


Gewicht und Fahrdynamik


Fahrwerksfedern und Stoßdämpfer eines Autos sind auf ein maximales Gewicht ausgelegt. Im Zusammenspiel sorgen sie für eine stabile Lage des Fahrzeugs. Wird das zulässige Gesamtgewicht des Wagens überschritten, stimmt die Abstimmung von Federung und Dämpfung aber nicht mehr. Die Bewegungen der Karosserie nehmen zu und im ungünstigsten Fall schaukelt das Fahrzeug sich unkontrolliert auf. Schon ein paar Bodenwellen oder eine schnell gefahrene Kurve können den Wagen dann aus der Spur bringen.

„Das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs sollte strikt beachtet werden, sonst wächst das Unfallrisiko“, rät Torsten Sauer, Leiter Produktmanagement Kraftfahrt der HDI Versicherung. Koffer und große Gepäckstücke sollte man daher vor der Fahrt wiegen. Zum Gepäckgewicht kommt dann noch das Gewicht der mitreisenden Personen. Zuladung und Leergewicht zusammen dürfen das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeugs nicht überschreiten. Wichtig: Bei der Angabe des Fahrzeugleergewichts in der Zulassungsbescheinigung sind der Fahrer und ein gefüllter Tank bereits berücksichtigt.


Fliegende Kisten vermeiden


Mit den Reisenden rasen im Urlaubsmobil auch Koffer, Kisten, Bücher und Getränkeflaschen über die Autobahn. Schweres Gepäck gehört dabei ganz nach unten in die Tiefen des Kofferraums, leichteres Gepäck nach oben. In der klassischen Limousine reicht das als Sicherungsmaßnahme meistens aus. Schwieriger wird es bei Autos mit offenem Kofferraum. Hier schützt ein fachgerecht montiertes Trenngitter die Passagiere bei Vollbremsung oder Auffahrunfall am besten vor umherfliegenden Gepäckstücken. Verzurrgurte und Kofferraumabdeckung sichern die Ladung zusätzlich.

Ganz anders ist es oft bei Utensilien von der Wasserflasche bis zum Spielzeug. Die liegen häufig ungesichert auf den Sitzen herum. Auto-Experte Sauer warnt: „Schon bei einer scharfen Bremsung werden auch Kleinteile zu gefährlichen Flugobjekten.“ Denn während Fahrer und Passagiere durch den Gurt auf ihrem Platz gehalten werden, rasen lose herumliegende Gegenstände ungebremst weiter. Und ein Auffahrunfall katapultiert sie mit dem Vielfachen ihres Eigengewichts nach vorne. Auch Kleinteile sollten daher immer in geeigneten Halterungen oder Ablagen aufbewahrt werden, sobald sie nicht mehr benutzt werden.


Dachgepäck- und Fahrradträger sicher nutzen


Dachgepäckträger kommen gerade auf Urlaubsreisen oft zum Einsatz. Wichtig für den Fahrer: Der höhere Schwerpunkt beeinflusst das Fahrverhalten des Autos. „Und auch durch das Zusatzgepäck dürfen weder die zulässige Dachlast noch das zulässige Gesamtgewicht überschritten werden“, ergänzt Torsten Sauer. Außerdem gelten für jeden Träger eigene Zuladungsgrenzen. Und schließlich passieren immer wieder Montage- oder Beladungsfehler, die einzelne Fahrräder oder sogar das ganze Paket vom Dach fliegen lassen. Korrekte Montage und fester Sitz sind deshalb bei Dachgepäck- und Fahrradträgern besonders wichtig. Schon nach einer kurzen Fahrstrecke sollte der Fahrer einen ersten Stopp einlegen, die Befestigung gründlich prüfen und diese Prüfung bei regelmäßigen Zwischenstopps wiederholen. Während der Fahrt gilt es auch, den Tacho im Auge zu behalten. Die Hersteller der Trägersysteme empfehlen oft eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 120 km/h.

Aber auch Träger, die auf die Anhängerkupplung aufgesetzt werden können, sind nicht unproblematisch. Beim Crash können die Fahrräder bei Fahrzeugen mit Steilheck die Heckscheibe durchschlagen und Insassen durch die Splitter verletzt werden. Außerdem dürfen die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung und die Zuladungsgrenzen des Trägers nicht überschritten werden. Vor allem mit schweren Pedelecs oder E-Bikes kann das leicht passieren.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.