Von Borken nach Lissabon mit dem Zug

Der Blick vom Mont des Arts in Brüssel. Fotos: azi
Borken (azi). Viel sehen, dabei nicht permanent am Steuer sitzen oder auf Flughäfen einchecken: das war die Idee für den Urlaub. Als Verkehrsmittel bot sich damit der Zug an, und wenn man quer durch Europa will das Interrailticket – erhältlich für Menschen jeden Alters. Hin- und Rückfahrt im eigenen Land sind inklusive. Gespannt war ich darauf, wie unkompliziert die Benutzung des Interrailtickets ist und ob sich damit tatsächlich Geld sparen lässt.

Die Route sollte in 17 Tagen von Borken aus durch Belgien (Brüssel), Frankreich (Paris, Marseille und Toulouse) sowie Spanien (Barcelona, Madrid und Sevilla) nach Lissabon führen. Womit ich nicht gerechnet hatte, war der Streik der Lokführer in Frankreich. Und das beim Kauf des Interrailtickets, zu dem Zeitpunkt stark beworben von der Deutschen Bahn, der Bahnmitarbeiter erst behauptete, die Deutsche Bahn würde am Schalter das Ticket nicht verkaufen. Als ich das Ticket dann doch am Schalter bekommen hatte stellte sich heraus: Viele Züge in Portugal, Spanien, Frankreich und Belgien sind reservierungspflichtig. Und das muss extra bezahlt und gebucht werden. Also einfach einsteigen und losfahren ist – wenn man halbwegs vorankommen möchte – mit dem reinen Interrailticket so gut wie nicht möglich. Reservierungen kosteten auf meiner Reise zwischen 8 und 60 Euro. Auf der Interrailseite www.interrail.eu lässt sich zwar alles gemeinsam buchen (gegen einer Gebühr), aber es dauerte und es wurden nur reservierungspflichtigen Züge angezeigt. Reserviert habe ich dort alle Zugverbindungen in Spanien und nach Lissabon.

Von Borken nach Brüssel ging es ohne Reservierungen problemlos mit dem Interrailticket, wenn man sich auf der Seite der DB alle Verbindungen ohne Schnellzüge anzeigen lässt: Denn die sind in Belgien reservierungspflichtig, während IC und ICE in Deutschland mit dem Interrailticket nichts kosten.

Für Frankreich waren durch den Lokführerstreik nur Reservierungen auf der Seite der Französischen Bahn unter www.sncf.com möglich. Auch belgische Züge sind dort erfasst. Strecken, die in Frankreich überhaupt nicht mehr bedient wurden, habe ich dann mit dem „Qui“-Bus zurückgelegt. Auch der lässt sich über die Seite der Französischen Bahn buchen.

Das Fazit: Angekommen bin ich auf meiner Reise mit dem Interailticket problemlos überall und das Zugfahren hat den Vorteil, dass man viel von der Landschaft sieht, im Regelfall mitten in der jeweiligen Stadt ankommt und keine langen Wege ins Hotel hat. Wer mit dem Interrailticket Europa erkunden will, sollte allerdings früh mit seiner Planung anfangen, viel Zeit mitbringen und auf den Seiten der einzelnen Bahngesellschaften nach Verbindungen suchen. Die Interrailseite war nur begrenzt hilfreich. Da viele Bahngesellschaften reduzierte Tickets anbieten, kommt man auch ohne Interrailticket mit ein bisschen frühzeitiger Planung ähnlich preiswert durch Europa.
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