Webserie spielt in der Region

Gruppenbild mit Leiche in der umgestalteten Gesundheitsstation des Textilwerks. Foto: LWL
Bocholt (pd/dd). Die Spinnerei des Textilwerks ist aktuell Drehort für die fiktive Webserie „Haus Kummerveldt“. Ein rund 20-köpfiges Team junger Filmemacher aus ganz Deutschland arbeitet in der leerstehenden Gesundheitsstation des LWL-Industriemuseums. Nach vier Vorbereitungstagen, an denen sich die Räume in ein Krankenhauszimmer mit Seziertisch verwandelten, begannen die Dreharbeiten zur Pilotstaffel der Serie im Bocholter LWL-Museum.

„Haus Kummerveldt“ handelt von weiblicher Emanzipation in der wilhelminischen Kaiserzeit. Die Hauptfigur Louise von Kummerveldt will frei von Zwängen und Konventionen als Schriftstellerin arbeiten und leben. Doch als adlige Frau ist ihr Handlungsspielraum in der patriarchalischen Gesellschaft Ende des 19. Jahrhunderts enger geschnürt als das Korsett, das sie tragen muss. Das Drehbuch verfassten Schriftstellerin Cecilia Röski und Filmemacher Mark Lorei, der auch Regie führt.

Die Handlung spielt im Münsterland, wo sich auch alle Drehorte befinden, darunter das Haus Welbergen in der Nähe von Ochtrup, die Burg Vischering in Lüdinghausen und die Burg Hülshoff in Havixbeck. Die Aufnahmen im Textilwerk bilden den Abschluss der Dreharbeiten. Das noch verhältnismäßig junge Format der „Webserie“ sieht Regisseur und Entwickler Mark Lorei als Experimentierfeld. Für ihn ist „Haus Kummerveldt“ eine Kombination aus fiktionaler Unterhaltung und wissenschaftlichen Inhalten. Neben sechs Spielfilmepisoden, die Anfang 2020 ausgestrahlt werden sollen, werden auch V-Logs produziert, die thematisch auf die Inhalte der Episoden zurückgreifen und die historischen Kontexte näher erläutern.
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