Zu Besuch bei der Nachtschicht im DB Regio Werk NRW in Münster

Bis zu fünf Züge können in der Werkshalle des DB Regio-Werk Münster gewartet werden. Auch Konkurrent „National Express“ schickt seine Fahrzeuge in das DB-Werk.
Münster (azi). Die Ausrüstung stimmt: mit Anstoßkappe, Warnweste und Kamera bewaffnet geht es in die Werkshalle des Regio-Werks in Münster. Die Deutsche Bahn hat zum Besichtigungstermin eingeladen. Im Regio-Werk werden im Dreischichtsystem Regionalzüge unterschiedlichster Baureihen gewartet, repariert und nach einer Fahrt durch die Waschstraße wieder auf die Schiene geschickt.

„Bis zu eine Millionen Fahrgäste pro Tag benutzen die Züge, die turnusmäßig zu uns in das Werk kommen“, sagt Bahnsprecher Dirk Pohlmann. „Und jedes Fahrzeug legt im Jahr bis zu 400000 Kilometern zurück – das entspricht zehn Runden um die Erde“.

Vier Züge stehen in dieser Nacht zur Wartung in der Werkshalle. Überprüft wird ein Zug vom ersten bis zum letzten Wagen und vom Dach bis zu den Radachsen. Bremsen, Ölstand, Klimaanlage, die Spurbreiten der Räder – um diese Themen und um noch viel mehr geht es Tag und Nacht im Regio-Werk Münster. „Rund 80 Mitarbeiter hat das Werk, Platz ist für fünf Züge in der 168 Meter langen Werkshalle und einer weiteren Halle, die in diesem Jahr für die Instandhaltung der 35 Züge des britischen Unternehmens National Express gebaut wurde“, erklärt Alfred Greiwe, stellvertretender Werkstattleiter, der seit rund 37 Jahren im Regio-Werk Münster beschäftigt ist.

Die Wartungsabstände der Züge sind gesetzlich vorgeschrieben. Gewartet wird nach festgelegten Kilometerzahlen oder – wenn diese noch nicht überschritten sind – nach einem festgelegten Zeitraum. „Wäre ein Zug über den Wartungspunkt hinaus im Einsatz, würde er automatisch aus dem Verkehr gezogen werden. Bei Verstößen würden außerdem empfindlich hohe Strafen vom Eisenbahnbundesamt drohen“, sagt Sebastian Achtermann, Leiter der Techik von der Privatbahn National Express. Aber nicht nur um die normalen Wartungsbelage kümmern sich die Mitarbeiter. Beschwerden der Fahrgäste werden ernst genommen: Wer schon einmal an einem heißen Sommertag in einem Regionalzug das Gefühl hatte in einem Kühlschrank zu sitzen, ist damit nicht alleine: „Nachdem sich im vergangenen Sommer viele Fahrgäste bei uns gemeldet haben um uns zu sagen, dass unsere Züge zu kalt sind, haben wir die Temperatur um ein Grad hochgeregelt. Unsere Fahrgäste beschweren sich nun deutlich seltener“, so Achtermann.

Bevor der fertige Zug das Werk wieder verlässt, dreht er – wenn nötig – noch eine Runde durch die Zugwaschanlage. Da nicht alle Züge einen Motor haben, zieht eine gelbe Werks-Lokomotive die Züge durch das „Bürsten-Schaumbad“. „Das funktioniert im Prinzip wie bei einer Autowaschanlage. Besonders verschmutze Stellen werden außerdem bei der Ausfahrt von Hand durch einen Mitarbeiter nachgereinigt“, erläutert Werkstattleiter Ralf Weymann.
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