„Grenzgeschichten“

Blick in die neue Dauerausstellung zum Thema Grenze.
 
Das neue Kulturzentrum in Vreden wird vom Publikum gut angenommen.
Vreden (pd/dd). Das „kult“ in Vreden vereint modernste Architektur, Museum, Forschung und Wissenschaft wie kaum ein zweites Haus in Westdeutschland. Die völlig neu konzipierte museale Dauerausstellung beschäftigt sich dort auf knapp 1400 Quadratmetern mit dem Thema „Grenze“. Das liegt bei der nur acht Kilometer entfernten deutsch-niederländischen Staatsgrenze auch nahe. Es geht aber in der Ausstellung auch um andere Grenzen – denn längst nicht alle sind auf Landkarten zu sehen: Neben der politischen kommen auch soziale, ökonomische, religiöse und sogar Geschmacksgrenzen zum Tragen.

Emotional, philosophisch, unterhaltsam – mit den vielfältigsten Grenzbegriffen führt die Ausstellung in den Rundgang ein. Mehr als 250 ausgewählte Originalobjekte spiegeln das Leben der Menschen in diesem „Durchgangsgebiet“ wider; zwischen Handel und Verkehr, Schmuggel und Gesetz, Glaube und Religion, Globalisierung und regionaler Identität sowie gestern und heute.

Themeninseln wie beispielsweise zur Konfessionsgrenze oder Grenzkonflikten heben die unverwechselbaren Charakteristika dieses Grenzraums hervor. „Es geht um die Entwicklung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in der Lebens- und Arbeitswelt der Menschen im Westmünsterland und in der Region Achterhoek“, erläutert kult-Leiterin Corinna Endlich.

Die Darstellung des adeligen Damenstifts zu Vreden unterstreicht die Wahrnehmung von Grenzen in der Gesellschaft. Hier steht statt Baugeschichte und Alltagsgeschehen die Abgrenzung der Immunität der Stiftsdamen zur weltlich-städtischen Umgebung im Vordergrund. Zahlreiche Medienstationen bieten den Besucherinnen und Besuchern ein abwechslungsreiches Ausstellungserlebnis. „Und das darf durch Film, Audiostationen und ‚Hands-on-Elemente‘ auch unterhaltsam sein“, betont die kult-Chefin. Das Vermittlungsangebot wird mit Audioguide, Exponatbroschüre sowie zugeschnittenen Führungen und Workshops alle Besucherinnen und Besucher, groß oder klein, mit den Inhalten der Ausstellung bedarfsgerecht und modern in Kontakt bringen können.

Zum Hintergrund: Das kult wurde gemeinsam vom Kreis Borken und der Stadt Vreden im Rahmen der „Regionale 2016“ konzipiert und gebaut. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Knapp 100 Meter ist das Gebäude lang. Mit einer Gesamtfläche von mehr als 4.000 Quadratmetern bietet der Neubau am Kirchplatz 14 einen lebendigen Treffpunkt für alle Kulturinteressierten in der Region. Unter einem Dach wurden im kult verschiedene bisher getrennte Institutionen zusammengelegt, um ein Kompetenzzentrum in Sachen Kultur zu schaffen: Das ehemalige Hamaland-Museum mit seinen umfassenden Sammlungen, das historische Archiv des Kreises Borken, das Stadtarchiv Vreden, das Landeskundliche Institut Westmünsterland sowie die Kultur- und Heimatpflege des Kreises Borken. Außerdem sind in dem neuen Gebäude das Stadtmarketing und Citymanagement Vreden untergebracht. Das Gesamtinvestitionsvolumen für das kult liegt bei rund 13,5 Millionen Euro. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos: www.kult-westmuensterland.de.
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