Größtes Modell für neue Sonderausstellung angefertigt: Kuh als Herausforderung

Das Fell wird vorbereitet zum Überziehen.
Münster (pd/hie). Ein Tiermodell in ein lebensechtes Präparat, eine sogenannte Dermoplastik, zu verwandeln, ist eine Kunst, auf die sich nur wenige Menschen verstehen. Präparatorin Narumi Sato wird die Kuh, die in der neuen Sonderausstellung „Beziehungskisten“ über Formen des Zusammenlebens in der Natur im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen sein wird, wohl so schnell nicht vergessen: Für die zoologische Präparatorin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ist es die erste Großdermoplastik, die sie selbst angefertigt hat.

Ein so großes Tier lebensecht, mit kurzem Fell und in diesem Fall noch liegend darzustellen, ist für jeden Präparator eine große Herausforderung. Die Kuh ist zudem das größte Objekt der neuen Sonderausstellung ab 25. September.

Von den ersten Handgriffen Anfang März bis zur fertigen Tier-Dermoplastik dauerte es gut sechs Monate. Um eine Dermoplastik herzustellen, brauchen Präparatoren das Fell des Tieres und für das Innere einen Modellkörper. Außerdem werden anatomische Kenntnisse benötigt, die durch Fotomaterial und Beobachtung lebender Tiere ergänzt werden.

Zunächst hatte Narumi Sato jedoch die genauen Maße der Kuh ermittelt wie die Länge der Beine oder die Breite der Schulter. Von diesen Maßen hat die Präparatorin die Knochengröße geschätzt, um ein Modell im Maßstab 1:4 anzufertigen. Dafür hat sie aus PU-Schaum verkleinerte Knochen geschnitzt und die immer wieder mit einem Kuhskelett aus dem Museumsarchiv verglichen.

So konnte sie mit Industrieplastilin auf bzw. über die Knochen ein detailgetreues Abbild mit den Darstellungen der Muskeln, Sehnen und Hautfalten formen. Den Kopf der Kuh, mit all seinen Feinheiten, hat die Präparatorin komplett in Originalgröße selbst modelliert. Das Fell konnte Ende Juli auf den fertig zusammengesetzten Körper gezogen, zusammengenäht und fixiert werden.
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