Große Kunst gleich „nebenan“

Adriaen van de Venne, Seelenfischen, 1614. Foto: Rijksmuseum.
 
Das Fries Museum in Leeuwarden. Foto: Ruben van Vliet
 
Selbstportrait Charles LAval (1861-1894) Pont-Aven, 1888. Foto: Van Gogh Museum Amsterdam
Niederlande (pd/hie). Im Herbst begeistern die niederländischen Museen mit außergewöhnlichen Ausstellungen. Eine Übersicht:


Mauritshuis Den Haag Große Meister auf Stippvisite in der holländischen Heimat

Im 18. und 19. Jahrhundert erlebte das gediegene Landhaus in Großbritannien seine Blütezeit. Bei der Suche nach standesgemäßem Wandschmuck haben die Hausherren gerne auf niederländische Gemälde aus dem 17. Jahrhundert zurückgegriffen. Bis zu einer Million hochwertige Gemälde sind nach wissenschaftlichen Schätzungen im sogenannten Goldenen Jahrhundert in den Niederlanden entstanden.

In einer auf dem europäischen Festland bislang einmaligen Ausstellung bringt das Mauritshuis in Den Haag nun einige Gemälde zurück in die Heimat ihrer Urheber. Unter dem Titel “National Trust – Holländische Meister aus britischen Landhäusern„ sind die Exponate vom 11. Oktober 2018 bis zum 6. Januar 2019 in dem ehrwürdigen Museum zu sehen. Weitere Informationen: www.mauritshuis.nl und www.holland.com/highlights


Kröller-Müller Museum Otterlo Stelldichein der Neuerwerbungen

Ihre Neuanschaffungen stellen Museen nur höchst ungerne als Leihgaben zur Verfügung. Umso bemerkenswerter also ist eine Ausstellung, deren Eröffnung das Kröller-Müller Museum in Otterlo bei Arnheim für den 30. September 2018 angekündigt hat. Unter dem Motto „Für die Liebe zur Kunst“ präsentiert das Haus nicht weniger als 80 Werke, die verschiedene Museen in den vergangenen zehn Jahren neu erwerben konnten.

Ähnlich breit gefächert ist auch die Auswahl, die Besucher bis zum 3. Februar 2019 in dem Museum, das sich mitten im Nationalpark Hoge Veluwe befindet, bewundern können: das älteste Exponat ist geschätzte 3000 Jahre alt, das jüngste stammt aus dem Jahre 2016. Parallel zu der Ausstellung veranstalten 15 niederländische Museen zwischen Maastricht und Groningen ein Satellitenprogramm. In dessen Rahmen wird jeweils ein ebenfalls mit Hilfe der Vereniging Rembrandt angeschafftes Werk in einem verwandten Exponat gespiegelt. Weitere Informationen: www.krollermuller.nl und www.holland.com/highlights


Fries Museum & Keramiekmuseum Leeuwarden Vom Talent zum arrivierten Genie: M.C. Escher auf Reisen

Die Europäische Kulturhauptstadt 2018 Leeuwarden-Friesland bereitet sich auf einen spannenden Herbst vor. Eine Hauptrolle spielt darin Maurits Cornelis Escher (1898-1972), der nach seiner Jugend in der friesischen Kapitale zu einem der originellsten Grafikkünstler des 20. Jahrhunderts aufgestiegen ist.

Zur Welt gekommen ist M.C. Escher im Princessehof, das heute als nationales Keramikmuseum der Niederlande fungiert. Im Keller des Hauses ist weiterhin die Ausstellung „Bei Escher zuhause“ zu sehen, die mit Hilfe von Fotos und Filmfragmenten Einblicke in die Kindheit des Künstlers gewährt. Auch geht das Museum der Frage nach, auf welche Weise Keramiken Eschers Arbeit beeinflusst haben.

In nur 400 Metern Entfernung hat sich auch das Fries Museum dem Künstler verschrieben. Unter dem Motto „Escher auf Reisen“ zeichnet das Haus mit Hilfe von 80 Originaldrucken und 20 Zeichnungen noch bis zum 28. Oktober die Entwicklung Eschers vom Talent zum arrivierten Genie nach. Besonderes Augenmerk gilt dabei seinen Reisen nach Spanien und Italien, wo Escher Inspiration für seine charakteristische Formensprache gefunden hat. Weitere Informationen: www.princessehof.nl und www.friesmuseum.nl


Rijksmuseum Amsterdam


Die Geburtsstunde der Niederlande: der Achtzigjährige Krieg

Vor 450 Jahren brach der Achtzigjährige Krieg aus, der die Niederlande maßgeblich prägte. Zu diesem Anlass hat der flämische Bühnenbildner Roel van Berckelaer unter dem Titel „80 Jahre Krieg – die Geburtsstunde der Niederlande“ eine Ausstellung kuratiert, die mit Hilfe von 200 Exponaten ein neues Licht auf den Konflikt wirft. Sein Konzept beruht auf „Zeitzeugen“. Sie ist vom 12. Oktober 2018 bis zum 20. Januar 2019 im Rijksmuseum in Amsterdam zu sehen. Zu den Exponaten gehören Gemälde von Bruegel und Rubens, Porträts von Willem van Oranje oder Piet Hein, großformatige Wandteppiche mit Schlachtszenen und wichtige Dokumente der Genter Pazifikation und des Westfälischen Friedens. So erschließt sich dem Besucher eine Auseinandersetzung voller Schmerz und Verlust, persönlicher Erinnerungen, Propaganda und Triumphgebaren.

Im Museum Prinsenhof in Delft, widmet sich ebenfalls eine Ausstellung dem Thema der Geburtsstunde der Niederlande: mit der Ausstellung „Willem van Oranje ist hier!“ gibt das Museum Prinsenhof Delft dem Gebäude seine Geschichte zurück. Die Ausstellung ist vom 19. Oktober 2018 bis einschließlich 3. März 2019 zu sehen. Weitere Informationen: www.rijksmuseum.nl und /prinsenhof-delft.nl


Van Gogh Museum Amsterdam Die Karibikreise zweier Postimpressionisten

Paul Gauguin (1848-1903) und Charles Laval (1861-1894) waren in dessen späten Lebensjahren mit Vincent van Gogh (1853-1890) befreundet. Die beiden Franzosen hatten sich bereits verschiedenen Spielarten des Postimpressionismus verschrieben, als sie 1887 auf der Flucht vor dem dekadenten Leben in Paris gemeinsam zu einem Besuch der französischen Insel Martinique aufgebrochen sind. Die von dem Karibikeiland mitgebrachten Eindrücke sollten ihre künstlerischen Karrieren nachhaltig prägen. Nun kommt eine Auswahl besonders farbenfroher Werke der beiden Weggefährten zu Besuch ins Van Gogh Museum. Dem Ausstellungshaus in Amsterdam ist es gelungen, die Gemälde der beiden Künstler vom 5. Oktober 2018 bis zum 13. Januar 2019 erstmalig an einem Ort zusammenzubringen. Unter dem Titel „Gauguin & Laval auf Martinique“ gewähren prächtige Vorskizzen und großformatige Pastelle zusätzliche Einblicke in die karibische Phase der beiden.

Weiterhin bis zum 13. Januar 2019 ist in dem Haus eine Installation mit dem Titel „Van Gogh träumt“ zu sehen. Diese beschäftigt sich auf multimediale Weise mit dem Traum des Künstlers, in der Provence eine neuartige Ausdrucksform zu finden.

Noch mehr über das Leben des großen Meisters erfährt man auf der Van Gogh-Route durch die Niederlande. So präsentiert das Kröller-Müller Museum bei Arnheim stolz die zweitgrößte Van Gogh-Sammlung der Welt und gewährt das Noordbrabants Museum in ‚s-Hertogenbosch tiefe Einblicke in Van Goghs Zeit in Brabant, seinem Geburtsort.



Weitere Informationen: www.vangoghmuseum.nl und www.holland.com/highlights

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