Handel vor 2000 Jahren

Globalen Handel gab es schon vor 2000 Jahren.
Xanten (pd/hie). Smartphones aus Fernost und aromatische Früchte aus Übersee – Handel verbindet die moderne Welt. Doch die Idee eines globalen Handels ist nicht neu. Schon vor zweitausend Jahren sorgte der Einzug römischer Lebensart selbst in den entferntesten Provinzen des Imperiums für eine große Nachfrage nach Importen aus allen Teilen der bekannten Welt.

Die neue Sonderausstellung des LVR-RömerMuseums im Archäologischen Park Xanten „Warenwege – Warenflüsse: Handel, Logistik und Transport am römischen Niederrhein“ zeigt bis zum 25. November, wie sich auch am Niederrhein aus einfachen Tauschgeschäften ein florierender Handel entwickelte. Die römische Metropole Colonia Ulpia Traiana im heutigen Xanten unterhielt nicht nur mit ihren Nachbarn in der Provinz und mit den Germanen rechts des Rheins rege Kontakte, auch aus dem gesamten Mittelmeerraum und aus Gallien strömten große Warenmengen an den Niederrhein. Begehrt und teuer waren exklusive Produkte wie Seide, Kaschmirwolle, Weihrauch, erlesener Marmor oder Bernstein. Exotische Gewürze wie Pfeffer oder Koriander fanden ihren Weg in die heimische Küche, selbst Reis führte man ein. Auch Alltägliches gelangte von weit her an den Niederrhein, darunter riesige Mengen Olivenöl und Fischsauce. Weil der Transport auf den holprigen Straßen langsam und mühsam verlief, bevorzugte man für schwere Lasten den Wasserweg. Über das Aussehen der Fuhrwerke und Schiffe informieren eindrucksvolle Nachbauten in einem zur Ausstellung gehörenden Pavillon und in der Werft des Archäologischen Parks. Andere Exponate zeigen, dass Handel und Transport auf allen Wegen mit zahlreichen Risiken verbunden waren. Stürme auf See oder Wegelagerer an den Straßen, aber auch eine gebrochene Radachse gefährdeten den Erfolg des Geschäfts. Kaufleute, Kapitäne und Schiffseigner baten daher die Götter um eine sichere Reise.

Die Besucher können an einer Medienstation auch selbst in die Rolle eines römischen Händlers schlüpfen und sich daran versuchen, ihr Budget in einem Handelsnetz von Gütern und Rohstoffen zu vermehren. Offene Führungen und Walking Acts in der Ausstellung, Vorträge und Aktionen zum Mitmachen runden das Angebot ab. Außerdem ist zur Ausstellung druckfrisch ein reich bebilderter Begleitband erschienen.

Museum und Park sind täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, im November von 9 bis 17 Uhr. Weitere Informationen findet man unter unter www.apx.lvr.de
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