Nie wieder Krieg?

„Richard III.“ kommt aus Hamburg.Foto: Krafft Angerer
 
Eröffnet werden die „Akzente“ mit einer Dramatisierung von Erich Marias Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“.
Duisburg (pd/hie). Mit dem Waffenstillstand vom Compiegne endete am 11. November 1918 der Erste Weltkrieg. 17 Millionen Menschen hatten seit 1914 ihr Leben verloren und rund 70 Millionen Menschen unter Waffen gestanden, ein Krieg von bis dahin unbekannten Ausmaßen ging damit zu Ende. Einhundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs greifen die Akzente mit dem Thema „Nie wieder Krieg?“ eine alte pazifistische Losung auf, versehen sie aber angesichts zahlreicher bewaffneter Konflikte in Vergangenheit und Gegenwart mit einem Fragezeichen. In der Zeit vom 3. bis 18. März werden die „Akzente“ über Täter und Opfer diskutieren sowie nach den Chancen und Voraussetzungen eines dauerhaften Friedens fragen. Insgesamt schlagen rund 110 Veranstaltungen – Theateraufführungen, Lesungen, Filme, Projekte der bildenden Kunst, Konzerte, Diskussionen und mehr – einen Bogen von der Antike bis in die Jetztzeit. Eröffnet werden die „Akzente“ mit einer Dramatisierung von Erich Marias Remarques Roman „Im Westen nichts Neues“.


Akzente-Theatertreffen


Traditionell ist das Theatertreffen das Herz der Akzente. Dabei präsentiert unter anderem das Hamburger Thalia Theater mit „Richard III.“ hochkarätiges Sprechtheater in Duisburg. Gleichzeitig initiiert das Theatertreffen auch Eigenproduktionen des Theaters Duisburg wie etwa Heiner Müllers „Quartett“.


Kulturkirche Liebfrauen


In unmittelbarer Nähe des Theaters Duisburg liegt eine zweite zentrale Bühne der „Akzente“. In der Kulturkirche Liebfrauen wird ein facettenreiches Programm aus Figuren- und Objekttheater, Musik, Tanz und Literatur zu sehen sein. Der Australier

Neville Tranter, die international renommierteste Persönlichkeit des Figurentheaters, wird zwei Stücke seines „Stuffed Puppet Theatres“ aufführen. Ist „Babylon“ ein Stück für Erwachsene so richtet sich „Punch & Judy in Afghanistan“ an Familien. Es greift die Tradition des Kaspertheaters auf und führt die Zuschauer ins Kriegsgebiet von Afghanistan.

Industriell gefertigtes Spielzeug ist das Material, mit dem der Israeli Ariel Doron sein Stück „Plastic Heroes“ entwickelt hat. Lieder des aus Duisburg stammenden Songpoeten Tom Liwa und Butoh-Tanz von Harald Schulte fließen in dem Programm „Hibakusha Dreaming“ zusammen. Liwa hat Songs geschrieben, die von Lyrik und Prosa von Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Hiroshima inspiriert wurden.


Stadtbibliothek


Das Literatur-Programm der „Akzente“ spannt einen Bogen über mehr als 2500 Jahre. Christian Brückner, der bekannteste deutsche Synchron- und Hörbuchsprecher, wird in der Zentralbibliothek aus der „Ilias“ von Homer lesen. Navid Kermani, der unter anderem mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde, führt mit der Autorenlesung „Entlang den Gräben“ an die Konfliktlinien der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart. Zu weiteren Lesungen kommen unter anderem Axel Hacke und die PoetrySlammerin Sarah Bosetti.


Bilder vom Krieg


Jeder Krieg produziert auch Bilder. Der Fotograf Harald Reusmann spürt in seinem Projekt „Hybris“ der militaristischen Propaganda aus dem Ersten Weltkrieg nach. Er kommentiert Feldpostkarten mit Fotomontagen u.a. von Tierbildern. Der Musiker und Performance-Künstler Peter Eisold hat den Innenhafen als Ort für sein interaktives Projekt „Warzone“ ausgewählt.

Das „filmforum“ konzentriert sich in diesem Jahr ganz auf das deutsch-französische Verhältnis. Ein breites an Diskussionen, Vorträgen oder Stadtrundgängen zu künstlerischen und politischen Themen rundet das Programm der Akzente ab. Alle Informationen über die „Akzente“ unter www.duisburger-akzente.de
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