Unterhaltsame Fakten über niederländische Museen: Kleine und große Geheimnisse

Blick ins Van Gogh Museum, Amsterdam.
 
Im Rijksmuseum wird im kommenden Jahr Rembrandts „Nachtwache“ vor den Augen der Öffentlichkeit restauriert.
Niederlande (pd/hie). Die Museen der Niederlande sind ungemein populär und weithin bekannt. Doch die Ausstellungshäuser haben auch ihre kleinen und großen Geheimnisse. Lesen Sie einige Anekdoten und Tipps, von denen Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben.


Kröller-Müller Museum in Otterlo:
Ein doppelter Van Gogh Ist es ein Van Gogh? Oder doch nicht? Mit dieser Frage sahen sich die Kuratoren des Kröller-Müller Museums konfrontiert, seit das Haus 1974 ein Gemälde mit dem Titel “Blumenstillleben mit Kornblumen und Rosen„ erworben hat. Als sich 2012 ein internationales Wissenschaftlerteam mit einer neuartigen Untersuchungsmethode der Erforschung des Gemäldes angenommen hat, legte dieses Ergebnisse vor, mit denen wohl niemand rechnen konnte: Unter der obersten Farbschicht entdeckten die Experten ein verloren geglaubtes Werk Van Goghs aus seiner Antwerpener Zeit. Damit war zugleich die Echtheit des Stilllebens bewiesen, mit dem der Maler sein anderes Werk überdeckt hatte. Weitere Informationen: www.krollermuller.nl und www.holland.com/highlights


Mauritshuis Den Haag: Viel mehr als nur Vermeer


Von Japan bis Patagonien kommen Touristen ins Mauritshuis nach Den Haag, um „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ von Johannes Vermeer mit eigenen Augen zu sehen. Seit dem ganz ähnlich benannten Roman von Tracy Chevalier („Das Mädchen mit dem Perlenohrring“, 1999) und der anschließenden Verfilmung hat die Sogkraft des nur 40 mal 45 Zentimeter großen Meisterwerks aus dem Jahr 1685 noch einmal zugenommen. Die Königliche Gemäldegalerie am malerischen Hofvijver beherbergt neben der Ikone noch zwei weitere Werke Vermeers („Diana mit ihren Gefährtinnen“ und „Ansicht von Delft“). Deutlich präsenter aber ist der mutmaßlich bedeutendste aller niederländischen Künstler: Rembrandt van Rijn ist mit nicht weniger als elf Werken im Mauritshuis vertreten – darunter das Selbstporträt von 1669 und „Die Anatomie des Dr. Tulp“. Diese nicht überall bekannte Tatsache wird im kommenden Jahr eine besondere Relevanz erhalten, denn 2019 jährt sich der Todestag des Meisters zum 350. Mal. Anlass genug für das Ausrufen eines Rembrandt-Jahres. Weitere Informationen: www.mauritshuis.nl und www.holland.com/highlights


Fries Museum Leeuwarden: Eine friesische Ikone Leeuwarden kann sich in diesem Jahr mit dem Titel der Europäischen Kulturhauptstadt schmücken. Dauerhaft ist unterdessen das intakte historische Stadtbild. Doch die Kapitale der Provinz Friesland vermag auch moderne Akzente zu setzen. An vorderster Stelle ist hier das Fries Museum zu nennen, das 2013 von Königin Máxima eröffnet wurde. Das inoffizielle friesische Nationalmuseum blickt auf eine einzigartige Baugeschichte zurück: So hat der stilprägende friesische Architekt Abe Bonnema (1926–2001) dem Ausstellungshaus die Summe von 18 Millionen Euro für einen Neubau in Aussicht gestellt. Dafür aber hat er zwei Bedingungen formuliert: das Museum sollte am Wilhelminaplein entstehen und der Entwurf sollte aus dem Atelier eines anderen renommierten friesischen Architekten kommen: Hubert-Jan Henket. Genauso ist es gekommen – und seitdem besitzt die stolze Provinz eine futuristische Landmarke.


Van Gogh Museum Amsterdam: Freestyle am Freitag


Ein DJ im Museum? Diese Kombination hat im Van Gogh Museum Tradition. Unter dem Titel „Vincent on Friday“ stehen an jedem letzten Freitag des Monats Discjockeys an den Turntables. Jeweils von 19 bis 22 Uhr wählen die Organisatoren dazu wechselnde Themen aus. Weitere Informationen: www.vangoghmuseum.nl und www.holland.com/highlights


Rijksmuseum Amsterdam: Auf dem Fahrrad durchs Museum Sei es wegen Rembrandts „Nachtwache“, Vermeers „Dienstmagd mit Milchkrug“ oder dem unschätzbaren Wert all der anderen Kunstschätze: Am Rijksmuseum kommt niemand vorbei. Für Radfahrer gilt seit der 2013 abgeschlossenen Restaurierung der nationalen Gemäldegalerie sogar, dass sie mitten durch das Gebäude fahren können: auf Straßenniveau führt eine zweispurige Straße durch den erhabenen Bau von Architekt Pierre Cuypers. Standesgemäß für die Stadt des Zweirades, handelt es sich um den weltweit einzigen Radweg dieser Art.

Das Rijksmuseum ist eines von weltweit nur sechs Museen, deren hauseigenes Restaurant mit einem Michelin-Stern dekoriert ist. Das „Rijks“ (www.rijksrestaurant.nl) hat 2014 seine Pforten im Philips-Flügel geöffnet und konnte sich bereits zwei Jahre danach über die Auszeichnung der französischen Publikation freuen. Am Herd steht mit Joris Bijdendijk (Jahrgang 1984) ein ebenso junger wie erfolgreicher Chefkoch.

Rembrandts „Nachtwache“ ist eines der bekanntesten Gemälde des Planeten. Im kommenden Jahr nun wird die Ikone umfangreich restauriert – und zwar vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Zu diesem Zwecke wird ab Juli 2019 im Meistersaal des Ausstellungshauses eine große Vitrine eingerichtet, hinter deren schützenden Wänden ein achtköpfiges Spezialisten-Team zu Werke geht. So kommen die Besucher des Rijksmuseum auch während des umfangreichen Eingriffs in den Genuss des Anblicks – zugleich werden sie Zeugen einer einzigartigen konservatorischen Arbeit. Die Nachtwache wird zum ersten Mal seit 1976 restauriert. Die Kosten für das Projekt werden auf drei Millionen Euro geschätzt. Weitere Informationen: www.rijksmuseum.nl
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