Von klassisch bis modern: Ausstellungen in den Niederlanden

Claude Monet: Mühlen bei Zaandam, 1871, Van Gogh Museum Amsterdam
 
Knud Baade: Szene aus der Ära der norwegischen Sagen, 1850, Sammlung Asbjorn Lunde
Niederlande (pd/hie). Diesen Herbst übertreffen die niederländischen Museen sich erneut mit außergewöhnlichen Ausstellungen: Von der Modernisierung der Monarchie, über die Entwicklung der Romantik bis hin zum spannungsgeladenen Verhältnis zwischen Mäzenin und Künstler.


Escher im Palast


Das Museum Escher im Palast in Den Haag ist eine vornehme Adresse. Dort wo heute die Grafiken von Maurits Cornelis Escher (1898-1972) gezeigt werden, haben lange Jahre die Mitglieder des niederländischen Königshauses gelebt und gearbeitet. Im Jahr 1896 war es Königin Emma, die das mitten in Den Haag gelegene Stadtpaleis erworben hat. Kurz nach der Jahrhundertwende sollte die als Emma von Waldeck und Pyrmont (1858-1934) in Deutschland geborene Adlige ihr neues Domizil beziehen.

Jetzt befasst sich die Ausstellung „Emma, Mutter der modernen Monarchie“ mit dem Leben der außergewöhnlichen Frau. Sie steht in dem Ruf, die Monarchie in das Zeitalter der Moderne überführt zu haben. Zu den Exponaten gehören Emmas Original-Thronrede aus dem Jahr 1891 sowie eine schriftliche Huldigung durch das niederländische Volk.

„Emma, Mutter der modernen Monarchie„ läuft bis 29. Oktober, Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.


Kröller-Müller Museum


Als Kunstsammlerin konnte sich Helene Kröller-Müller (1869-1939) auf ihr Näschen verlassen. Doch auch als Mäzenin vermochte die Industriellentochter Künstlerkarrieren anzuschieben. Davon profitierte unter anderem Bart van der Leck (1878–1958), der zu den Gründungsmitgliedern von „De Stijl“ gehörte. Unter dem Titel „Die Mäzenin und der Malermeister„ zeigt das KröllerMöller-Museum in Arnheim ab dem 14. Oktober im Rahmen einer Ausstellung, wie das Oeuvre van der Lecks von seiner Beziehung zu Helene Kröller-Möller profitiert hat. Unter anderem hat er für das Unternehmen von Helenes Ehemann Anton Möller gearbeitet, für dessen Firmenzentrale in Den Haag van der Leck ein großformatiges Bleifenster angefertigt hat.

“Die Mäzenin und der ‚Malermeister‘“ läuft vom 14. Oktober 2017 bis 2. April 2018, Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.


Mauritshuis Den Haag


Wer sich heute verewigen möchte, erreicht sein Ziel mit einem Knopfdruck auf dem Smartphone. Frühere Generationen hingegen waren bereit, einen deutlich größeren Aufwand zu betreiben, um ihr Angesicht der Nachwelt zu erhalten. Eindrucksvoller Beweis ist eine Ausstellung, die das Mauritshuis in Den Haag jetzt zeigt. Unter dem Titel „Zuiderburen“ (südliche Nachbarn) ist dort eine Geschichte der flämischen Porträtmalerei von 1400 bis 1700 zu sehen. Zu den Exponaten gehören Werke von Rogier van der Weyden, Hans Memling, Pieter Pourbus, Peter Paul Rubens und Anthony van Dyck. Unter Edelmännern und wohlhabenden Kaufleuten gehörte es damals zum guten Ton, nur die besten Maler mit der Anfertigung von Porträts zu beauftragen. Weil die flämischen Künstler das Genre mit beispielloser Raffinesse beherrschten, wirken ihre Werke auch nach Jahrhunderten noch höchst lebendig.

„Südliche Nachbarn – Porträts aus Flandern von 1400 bis 1700“ läuft bis 14. Januar 2018, Öffnungszeiten sind Montag von 13 bis 18 Uhr, Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.


Groninger Museum


Die Landschaftsmalerei der Romantik im Vergleich der nordischen Länder. Mit diesem vielversprechenden Ansatz wagt das Groninger Museum ab dem 9. Dezember einen neuen Blick auf das Genre, das zwischen 1800 und 1850 seine Blütezeit erlebt hat. Dabei ist es dem Haus gelungen, insgesamt 95 Gemälde aus den Niederlanden, Großbritannien, Deutschland und den skandinavischen Ländern zusammenzutragen.

Die Ausstellung untersucht die Motive der Romantiker, die neben dramatischen Landschaften auch gerne die aufgewühlte See, imposante Gebirge oder den Ausbruch von Vulkanen abgebildet haben. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Phänomen, dass es den Protagonisten von Caspar David Friedrich bis William Turner erstmals in der Malereigeschichte nicht mehr nur um die reine Abbildung der Realität, sondern vermehrt auch um die Darstellung der eigenen Gemütszustände ging. Neben den bereits genannten Grandseigneurs der Romantik gehören auch Werke von Knud Baade, Carl Gustav Carus, Martinus Rørbye und Carl Blechen zu den Ausstellungstücken.

Mit einer Zweitausstellung unter dem Titel “Auch Romantik„ bauen die Kuratoren eine Brücke in die Gegenwart. Mit Hilfe von Stücken aus der eigenen Sammlung zeigt das Museum hier, wie die Romantik bis in die Gegenwart fortlebt.

„Die Romantik im Norden – von Friederich bis Turner“ ist vom 9. Dezember 2017 bis 6. Mai 2018 zu sehen, Öffnungszeiten sind Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr.


Zehn Meisterwerke


Große Namen wie Rembrandt, Picasso und Monet brechen in den Niederlanden zu einer neuartigen Reise auf: Unter dem Titel “Zehn Meisterwerke auf Tour„ werden die Gemälde ab 4. Oktober in sechs unterschiedlichen Ausstellungshäusern zu sehen sein. Die Pop-up-Ausstellung ist zunächst ab 4. Oktober im Mauritshuis zu sehen. Anschließend zieht sie weiter ins Fries Museum nach Leeuwarden, ins Rijksmuseum Twenthe in Enschede, ins Van Abbemuseum in Eindhoven sowie ins Kröller-Möller-Museum. Letzte Station bis 25. März ist das Bonnefantenmuseum in Maastricht. Jedes Haus tritt für die Dauer von drei Wochen als Gastgeber in Erscheinung.
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