Zappel-Philipp, Guck-in-die-Luft

Oberhausen (pd/hie). Mit der Ausstellung „Der Struwwelpeter – Zappel-Philipp, Paulinchen und Hanns Guck-in-die-Luft. Zwischen Faszination und Kinderschreck von Hoffmann bis Böhmermann“ stellt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen vom 22. September bis zum 12. Januar 2020 den berühmten Kinderbuchklassiker in all seinen Facetten vor.

„Sieh einmal hier steht er, Pfui! der Struwwelpeter!“ Viele Kinder sind mit diesem Satz, der die Erzählung vom Struwwelpeter einleitet, groß geworden. 1844 erfindet der Arzt Dr. Heinrich Hoffmann nicht nur die Geschichte vom Jungen, der sich weder die Haare kämmen noch seine Nägel schneiden lässt, sondern erdenkt zahlreiche weitere Figuren in diesem Stil. Neben Suppenkaspar und Hanns Guck-in-die-Luft prägt auch der Zappel-Philipp bis heute den deutschen Sprachgebrauch.

Warum ist der Struwwelpeter weltberühmt, obwohl es nicht nur unter dem Stichwort der schwarzen Pädagogik oft Kritik hagelte und zahlreiche Kinder nach der Gute-Nacht-Geschichte Angst um ihre Daumen hatten?

Zum einen erzählt erstmals ein Bilderbuch überhaupt Geschichten gezielt für Kinder. Zum anderen nutzt Hoffmann eine neue reduzierte und karikierende Bildsprache, die sich von den biedermeierlichen Sehgewohnheiten stark abhebt. Mit seinem erzählenden Bilderbuch erschafft er ein Werk, das seine Leser bis heute fasziniert und zugleich erschaudern lässt.

Das Buch inspiriert seit 175 Jahren Künstler zu eigenen Varianten dieses Klassikers. Überall lassen sich der Struwwelpeter, aber auch Paulinchen, Konrad, Hanns und Friederich wiederfinden – mal auf den ersten Blick, mal nach intensiver Betrachtung. Die Bildthemen sind bis heute hochaktuell und teilweise politisch.

Mehr als 200 Zeichnungen, Illustrationen, Gemälde, Bücher und Objekte unter anderem aus der facettenreichen und internationalen Sammlung Sauer veranschaulichen die Geschichte und Entwicklung des Themas. Wie aus dem Urstruwwelpeter der allen bekannte Struwwelpeter wurde und was Darth Vader oder Mark Twain damit zu tun haben, können BesucherInnen ab dem 22. September in der Ludwiggalerie entdecken.
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