Auf den Spuren der Wildkräuter

Wildkräuter sind beliebte Heilmittel.
 
Maja Saatkamp (links im Bild) entdeckt die Welt der Kräuter.
Neugierig schaut eine Truppe Menschen zu Boden. Auf einer Kräuterwanderung mit Stefan Leiding vom Naturschutzbund lernen sie, Grün von Grün zu unterscheiden. Einige kennen sich schon aus, andere weniger. Wildkräuter sind beliebte Heilmittel, eignen sich aber auch für leckere Rezepte in der Küche, wie Salate, Suppen oder Butter.

Die Teilnehmer der Kräuterwanderung durchstreifen alte Schrebergärtenanlagen rund um das Gebiet der Wasserstiege. Sie tauchen in die Welt der Kräuter ein, und lassen stets ein wenig für die Insekten übrig.

2010 sind für das Kleinod Bebauungspläne verabschiedet worden. Doch noch wächst und blüht hier ein kleines Paradies für Naturliebhaber und Tiere.

Gleich zu Beginn des Weges bleiben die Teilnehmer stehen: „Hier haben wir den Gundermann“, sagt Leiding. Es ist als Würzkraut eine Bereicherung in jeder Küche.

Kurze Zeit später finden sie Beifuß. Das wertvolle Kraut hilft unter andererem bei Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Unruhezuständen. Ein beliebtes Wildkraut und bei vielen ungern im Garten gesehen ist die Brennnessel.

Sie enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Zudem sind Brennnesseln reich an Mineralien wie Eisen, Kalium und Magnesium. Es lässt sich auch ohne Teeplantage ein Tee aus getrockneten Blättern der Brennnessel herstellen. Dieser wirkt entwässernd. Ein Stück weiter wächst Spitzwegerich: Bei diesem Kraut sind Blätter, Blütenähren, Wurzel und Samen essbar. „Im Geschmack erinnern die Blätter und Blütenähren des Spitzwegerichs etwas an Pilze“, erläutert Leiding. Besonders intensiv ist das Aroma in den knospig verschlossenen Ähren. In der Naturheilkunde wird es bei Atemwegserkrankungen wie Husten, zur Förderung der Wundheilung und gegen Juckreiz eingesetzt.

Darüber hinaus finden sie die Wilde Malve: Sie hilft unter anderem gegen Fieber, Ekzeme und Hautentzündungen. Ihre Wurzeln, Blüten, Blätter und Samen sind essbar. Einige lassen sie auch für die Insekten stehen.

Stefan Leiding kam über die Schmetterlinge zu den Kräutern und weiß um ihren hohen Wert. Allerdings merkt er schnell: „Hier ist es leider viel zu trocken, man findet kaum was“.

Ein Stück weiter am Stadtpark werden die Kräutersammler doch noch fündig: Hier gedeihen Wildkräuter wie der Löwenzahn, der komplett essbar ist. Von der Blüte bis zur Wurzel. Seine Bitterstoffe sind als Heilmittel optimal geeignet. Auch der milchige Saft ist anders als angenommen, nicht giftig: „Er kann lediglich Bauchschmerzen bei Unverträglichkeit verursachen“, meint Leiding. Da zahlreiche Wildkräuter Bitterstoffe enthalten, sorgt das ein oder andere Kraut für verzerrte Gesichtszüge, nach dem Motto: „Gar nicht mal so lecker, aber gesund“. 

Für Salben sehr gut geeignet ist die Ringelblume. Sie wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und wundheilend. Doch auch in der Küche (siehe Rezept) lässt sie sich sehr gut verwerten. Dennoch gibt der Experte zu bedenken: „Wenn man ein Kraut nicht zu 100 Prozent identifizieren kann, sollte man es lieber liegen lassen.“ Die Teilnehmer hören genau zu, haben zum Teil Block und Stift zur Hand, schreiben fleißig mit, nehmen das ein oder andere Kraut mit, um es auch später identifizieren zu können.



Mittlerweile gibt es auch Kräutererkennungs-Apps wie die Pl@ntNet Pflanzenbestimmung, eine kostenlose Anwendung, die die Bestimmung von Pflanzen durch Fotos einfacher macht.

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