Dr. Jörg Albrecht: Burg Hülshoff wird ein öffentlicher Ort

Dr. Jörg Albrecht hat sein Amt auf Burg Hülshoff angetreten.
Havixbeck (pd/dd). Auf Burg Hülshoff hat der neue künstlerische Leiter, Dr. Jörg Albrecht, sein Amt angetreten. Die Annette von Droste zu Hülshoff Stiftung hatte den 36-jährigen im Dezember einstimmig zum Gründungsdirektor des zukünftigen „interdisziplinär ausgerichteten Museums-, Lern-, Residenz- und Veranstaltungsortes“ gewählt. Unter seiner Regie soll an den authentischen Arbeits- und Lebensorten der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff ein „kulturelles Leuchtturmprojekt“ entstehen. Für Albrecht lautet die Grundfrage: „Wie öffnen wir die Burg der Welt?“ Burg Hülshoff werde endgültig zum öffentlichen und offenen Ort. „Ein Ort für Literatur als Fest. Ein Ort für den Dialog über die Themen des 21. Jahrhunderts: zwischen avancierter Gegenwartsliteratur und basisdemokratischer Bildung, zwischen Stadt und Land, zwischen lokaler und internationaler Initiative, zwischen der ganz analogen und der durch und durch digitalen Welt“, so Albrecht.

Er sehe eine Vielzahl von Formaten möglich, die im Literaturbetrieb bisher selten existierten: begehbare Hörspielräume zum Beispiel, oder Abende mit Lyrik in Gebärdensprache. Es gehe ihm nicht darum, ein weiteres Literaturhaus zu schaffen, sondern um Themen-Schwerpunkte wie Literatur in digitalen Zeiten, Übersetzungen und Mehrsprachiges, Fragen der Religion, Spannungen zwischen Stadt und Land oder blinde Flecken im Literaturbetrieb zu theamtisiern. Die jährlichen Droste-Tage sollen im Programm bleiben.

Sein Team werde um weitere Kräfte aufgestockt. Die Kooperation mit der Kunsthochschule für Medien Köln, die Studierende für Schreibexperimente und Kolloquien zur Burg schicke, passe sehr gut in das Konzept. Albrecht rechnet ab dem Wintersemester 2018/19 mit den ersten Studenten: „Die Studierenden werden gemeinsam mit dem Burg-Team Veranstaltungen und Formate erfinden. Dabei werden Teile des Burg-Geländes ortsspezifisch bespielt.

In diesem Jahr ist nach Angaben des neuen Leiters für die Droste-Tage (24. bis 26. August) das Thema Grenzen, ihr Einhalten und ihr Überschreiten geplant. Mit dabei: eine Premiere des Volxtheaters aus Bielefeld (Bethel). Für September plant er ein Literaturvolksfest mit Lesungen, Konzerten und Performances. Der Umbau der Burg, der voraussichtlich 2022 fertig sei, solle sich selbst offen zur Schau stellen, Lesungen in kleinen Zelten und Schaubuden seien denkbar.

Im Jahr 2019 wird es laut Albrecht neben den Droste-Tagen einen Schwerpunkt zu Bauhaus und Ökologie geben. Außerdem ist eine Schriftstellerinnen-Konferenz rund um den Bereich Migration geplant.
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