Gut gemeint ist nicht gut gemacht!

Vogelhäuser sollten in der Nähe von Hecken aufgestellt werden. Foto: Hofer/Panther Media
Kreis Borken (pd/dd). Durch zunehmende Bebauung und intensive Landwirtschaft wird der Lebensraum von Wildtieren wie Igeln und heimischen Vögeln knapp. Viele Menschen möchten Tieren mit Futter über den Winter helfen. Doch nicht immer sind Futter und andere Hilfsangebote artgerecht, betont der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Wer einen Igel im Garten findet, kann ihn bei seinen Winterschlafvorbereitungen unterstützen. Dichtes Gebüsch, Reisig- und Komposthaufen oder Hohlräume unter Holzstapeln eignen sich als Schlafplatz. Wenn das Nahrungsangebot für Igel im Winter knapper wird, kann auch eine Futterstelle helfen. Dafür eignet sich Katzen- oder Hundedosenfutter. Essensreste sowie Milch dürfen nicht angeboten werden. Sobald es friert und schneit, darf nicht mehr zugefüttert werden. Nahrungsmangel ist ein wichtiger Auslöser für den Winterschlaf. Füttert man die Igel weiter, hält man sie künstlich wach.

Wer einen hilfsbedürftigen Igel findet, sollte unbedingt Expertenrat einholen, denn falsche Hilfe kann mehr schaden als nutzen. Wer einen Igel sieht und sich Sorgen macht, sollte zunächst sicherstellen, ob ihm wirklich etwas fehlt. Nur wenn das der Fall ist, darf das Tier aus der Natur entnommen werden. Verwaiste Igelsäuglinge erkennt man daran, dass die Mutter auch nach mehreren Stunden nicht auftaucht. Fachkundige Tipps und die Nummer einer Beratungs-Hotline gibt es auf der Webseite des Vereins „Pro Igel“ unter www.pro-igel.de. Oft kennen auch Tierärzte, der örtliche Tierschutzverein oder das Veterinäramt Igelstationen im näheren Umkreis.

Während untergewichtigen Igeln mit Unterkunft und Nahrung geholfen werden kann, benötigen kranke und verletzte Tiere dringend fachmännische Hilfe.

Auch bei der Winterfütterung von Wildvögeln müssen sich Naturfreunde darüber informieren, wie sie Wildvögel ausgewogen und artgerecht füttern, und welcher Standort sich für ein Futterhaus am besten eignet.

Die so genannten Allesfresser wie Meise und Specht stellt man mit Fett-Körner-Mischungen zufrieden. Bei Weichfressern wie Zaunkönig, Amsel und Star, stehen tierische Kost und Beeren auf dem Speiseplan. Dazu gehören Insekten und Rosinen aber auch Getreideflocken. Fink und Sperling hingegen sind Körnerfresser und ernähren sich von Sonnenblumenkernen, Hanf und anderen Sämereien.

Nach besonders kalten Nächten haben die Tiere einen erhöhten Energiebedarf, um ihre Körpertemperatur zu halten. Dann sollten Vogelfreunde ein möglichst fetthaltiges Futter anbieten.

Gut geeignete Plätze zum Aufstellen von Vogelhäusern im Garten sind beispielsweise Rasenflächen in der Nähe von Hecken oder Hauswänden. Frei aufgestellte Häuschen sollten vor Katzen und anderen „Räubern“ gesichert sein. Der Fressplatz muss täglich gereinigt und übrig gebliebenes Futter entfernt werden, damit sich keine Krankheitserreger ausbreiten. Ob ein Vogelhaus oder Futtersilos installiert werden, hängt vom persönlichen Geschmack und der Größe der Wildvögel ab.
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