Vorschau auf die achte „Stunde der Wintervögel“ vom 5. bis 7. Januar

Im Winter treffen sich die Vögel am Futterhaus. Foto: Juana Kreßner/pixelio.de
 
Guten Appetit: Eine Amsel im Beerenstrauch. Foto: Nabu
Borken (pd/hie). 125.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, fast drei Millionen beobachtete Vögel – damit schlug die „Stunde der Wintervögel“ 2017 alle Rekorde. Ob 2018 noch eine Steigerung möglich ist? Die Nabu-Prognose geht davon aus, dass auf jeden Fall mehr Vögel als im Vorwinter in die Gärten kommen, denn die Waldbäume tragen kaum Früchte.

Auch wenn die „Stunde der Wintervögel“ nun schon zum achten Mal stattfindet, gibt es nicht nur Erkenntnisse, sondern immer wieder neue Rätsel. Warum zum Beispiel war im letzten Winter am Futterhaus so wenig los und ändert sich das dieses Mal? Bei allen Meisenarten, aber auch bei Kleiber und Kernbeißer, wurden die niedrigsten Zahlen seit Beginn der Aktion im Jahr 2011 verzeichnet. Pro Garten ließen sich im Schnitt nur 34 Vögel sehen – sonst liegt der Schnitt bei 41.


Nur wenige Waldfrüchte: Rückkehr der Waldvögel?


Neben geringem Winter-Zuzug aus Skandinavien und Osteuropa sowie regional schlechtem Bruterfolg im Frühjahr dürfte das „Mastjahr“ in den Wäldern eine Rolle gespielt haben. Es gab massenhaft Bucheckern und andere Waldfrüchte, so dass viele Vögel es nicht nötig hatten, in die Gärten zu kommen. Aktuell sieht es genau umgekehrt aus: An den Waldbäumen muss man die Früchte in den meisten Regionen geradezu suchen. Werden also die Waldvögel in die Gärten zurückkehren?

Erneut im Fokus wird die Amsel stehen. Wie schon 2016 kam es auch in diesem Spätsommer zu Todesfällen durch das tropische Usutuvirus. 2011 und 2012 war das Virus im Südwesten zum ersten Mal aufgetreten. Aus den Ergebnisvergleichen der Stunde der Wintervögel und der Stunde der Gartenvögel ergab sich, dass dabei rund 300.000 Amseln gestorben waren. Inzwischen haben sich die Befallsgebiete ausgedehnt, die Krankheit scheint aber weniger schwer zu wüten. Anders als beim Waldkauz 2017, der im Garten nur eine Nebenrolle spielt, wird es beim frisch gekürten Jahresvogel 2018 auch bei der Stunde der Wintervögel spannend. Trotz massiver Rückgänge in den letzten beiden Jahrzehnten ist der Star immer noch einer der häufigsten heimischen Arten. Zuletzt belegte er im Mai Rang 4 und bei den Wintervögeln Rang 12. Zur Brutzeit hat der Osten Deutschlands die Nase vorn, im Winter zieht es die Stare zum größten Teil in den Westen. Bleibt aber der Frost aus, stehen auch im Januar die Chancen gut, Stare in allen Bundesländern zu beobachten. Ganz leicht macht der Star es uns nicht. Am Futterhaus lassen sich einzelne Stare gut zählen, bilden sich aber die typischen Starenschwärme wie Wolken am Himmel oder fallen in Baumkronen ein, kann man nur schätzen oder anhand eines guten Fotos abzählen und hochrechnen.


So funktioniert die Aktion


Es gilt, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Gezählt werden kann zu einer beliebigen Zeit. Dabei wird von jeder Art die höchste Zahl von Vögeln notiert, die sich während der Stunde gleichzeitig beobachten ließ. Das vermeidet Doppelzählungen. Dabei zählen auch Vögel, die sich im Garten nicht niederlassen, sondern ihn nur überfliegen.

Wer bereits in den Vorjahren mitgemacht hat, darf gerne wieder dabei sein und ruhig auch noch ein paar Verwandte, Bekannte oder Nachbarn zur Teilnahme ermuntern. Je mehr Menschen bei dieser Forschung von und für Jedermann ihre Beobachtungen zusammentragen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.

Die Meldung erfolgt online unter www.stundederwintervoegel.de. Die Beobachtungen können aber auch per Post mit dem Coupon, den man unter www.
nabu.de findet, gemeldet werden. Am 6. und 7.
Januar – also nur am Samstag und am Sonntag – ist außerdem von 10 bis 18 Uhr unter 0800/1157-115 eine kostenlose Telefonnummer geschaltet. Meldeschluss ist der 15. Januar.
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