Was wir für heimische Tiere tun können

Armin Freiberger aus Heiden geht mit gutem Beispiel voran: Er hat ein 1,60 x 1,70 großes Insektenhotel gebaut und dafür ausschließlich Naturmaterialien genutzt.Foto: mtg
Borken. (mtg). Zahlreiche Arten sind vom Aussterben bedroht. Das bedeutet 80 Prozent weniger Insekten. Auch jede 3. Vogelart ist gefährdet. Etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten sterben in den kommenden Jahren aus. Zu diesem Ergebnis kam der UN-Biodiversitätsrat in seinem Bericht – aber was bedeutet das für die Arten im Kreis Borken?

Auch hierzulande nimmt der Artenrückgang immer dramatischere Formen an. Ein schleichender Prozess, fast unbemerkt: Zunächst verschwanden Pflanzen wie zum Beispiel Kornblumen und Orchideen aus der freien Wildbahn, dann folgten Insekten. Später Vogel-Arten. So ist seit 1998 mehr als jede vierte Feldlerche aus dem deutschen Brutbestand verschwunden. „Früher sah ich noch viele Kiebitze auf dem Feld, heute nicht mehr.“, sagt Maja Saatkamp vom Planungs- und Umweltausschuss der Kreis Borken und sieht im Artenrückgang ein alarmierendes Zeichen: „Ich glaube, man unterschätzt die Gefahr für den Menschen und alle Lebewesen. Es muss ein Umdenken einsetzen“, betont sie. Auf den massiven Verlust von Arten in der Tier- und Pflanzenwelt hatte der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen mit dem Nabu Kreisverband Borken nun über Ursachen und Folgen des Artenrückgangs informiert.

Sie sehen die Ursachen unter anderem in der Zunahme bewirtschafteter Ackerbauflächen, der Nutzung von Pflanzenschutzmitteln, Überdüngung und einer sinkenden Strukturvielfalt der Landschaft.

„Das schadet der Biodiversität“, sagt Maja Saatkamp. Schädlich sei vor allem auch das Pflanzengift Glyphosat, das weltweit in immer größeren Mengen eingesetzt werde. „Landwirte brauchen den Mut, aus der Spirale der Abhängigkeit herauszukommen“ sagt die Umweltexpertin und meint weiter: „Auch in Gewerbegebieten kann viel getan werden“.

So arbeitet der Kreis Borken in zahlreichen Kooperationen am Erhalt der Biodiversität, schafft und erhält Lebensräume. Naturschutz lebt vor allem auch durch Engagement. Bei Bedarf gibt’s auch eine finanzielle Unterstützung vorm Kreis, sagt Cordula Blickmann, Leiterin vom Fachbereich Natur- und Umwelt vom Kreis Borken.


Selbst zum Artenschutz beitragen

Ob beim Einkauf oder im Garten: Jeder kann auf saisonale und regionale Produkte achten. Was das mit Artenschutz zu tun hat? Der ökologische Landbau und eine artgerechte Tierhaltung bieten gute Voraussetzungen für mehr Artenvielfalt, weil hier auf den Einsatz von Pestiziden, Gentechnik und chemischen Dünger verzichtet wird. Wer einen Garten hat, sollte Steingärten vermeiden, weil Insekten und Vögel dort nichts zu fressen finden. Auch das ein oder andere Unkraut schade nicht. Armin Freiberger aus Heiden hatte für seinen Garten die Idee, ein XXL-Insektenhotel zu bauen. Dazu nutzte er ausschließlich Naturmaterialien, abgelagertes Laubholz, kein Tannengehölz, da klebriges Harz für Insekten tödlich ist. Wer selbst ein artgerechtes Insektenhotel bauen möchte: Infos gibt der Nabu unter https://bit.ly/2uzCu5r
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.