Allergien frühzeitig erkennen

Draußen toben: Pollen bleiben im Haar und in der Kleidung hängen.
Borken (pd/mtg). Mittlerweile ist die akute Pollenphase vorbei, allerdings sollten Allergiker schon jetzt über eine Hypersensibilisierung nachdenken. Mitunter dauert es ein halbes Jahr, bis es dafür einen Termin beim Hautarzt gibt. Rund 15 Prozent der Einwohner im Kreis Borken reagieren mehr oder weniger allergisch auf Blütenpollen. Auch viele Kinder schniefen, husten und haben dann mit tränenden, juckenden Augen zu kämpfen, wenn die Natur aufblüht und Birke, Hasel und Co. ihre Pollen auf die Reise schicken.

„Atemwegserkrankungen sollten bei Kindern so früh wie möglich erkannt und behandelt werden“, sagt Apotheker Wolfgang Matenaer, Sprecher der Apothekerschaft im Altkreis Borken-Bocholt. Wird Heuschnupfen ignoriert, kann sich daraus ein allergisches Asthma entwickeln.


Wie es zu Allergien kommt? „Das Immunsystem reagiert überempfindlich auf an sich harmlose Stoffe – in etwa so, als würde es einen gefährlichen Eindringling bekämpfen. Dabei gibt es nichts zu bekämpfen, der Körper schadet mit seiner Überreaktion nur sich selbst“, erklärt Matener. Es werde also ein vergleichsweise riesiges „Waffenarsenal“ des Körpers aufgefahren, um winzige Mengen Allergene zu besiegen.

„Anders als bei üblichen Infektionen werden Allergiker anschließend aber nicht immun. Vielmehr treten die Beschwerden bei jedem Kontakt erneut auf.“ Gegen Heuschnupfen sind rezeptfreie Medikamente mit verschiedenen Wirkmechanismen erhältlich. Welcher Wirkstoff der richtige ist, wird nach der Schwere der Symptome und der Anwendungsdauer ausgewählt.

„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und brauchen eine geeignete Dosierung. Eltern sollten sich deshalb in der Apotheke beraten lassen“, empfiehlt Apotheker Matenaer weiter.

Häufig wird zu Antihistaminika geraten. Neuere Arzneistoffe wie Cetirizin oder Loratadin haben den Vorteil, dass sie nicht so müde machen wie ältere Wirkstoffe. Das Arzneimittel wirkt dann für rund 24 Stunden. Für die lokale Anwendung gibt es rezeptfreie Nasensprays mit Antihistaminika.


Erkältung und Heuschnupfen unterscheiden Wichtig sei zudem, zwischen Heu- und Erkältungsschnupfen zu unterscheiden: „Sprays gegen Erkältungsschnupfen sollten grundsätzlich nicht länger als sieben Tage eingesetzt werden. Da Heuschnupfen aber meist länger anhält, sind diese Nasensprays eher ungeeignet.“

Neben Hinweisen zur medikamentösen Behandlung helfen Apotheker gerne mit Tipps, wie sich den Symptomen vorbeugen lässt: Bei starkem Pollenflug sollten sich betroffene Kinder im Freien nicht körperlich verausgaben.

Die ideale Zeit zum Lüften hängt von der Lage der Wohngegend ab: In ländlichen Gebieten ist der Pollenflug abends am geringsten. In der Stadt hingegen lüften Heuschnupfen-Geplagte am besten morgens

zwischen sechs und acht Uhr. Eltern können Heuschnupfen ihrer Kinder vorbeugen: „Säuglinge sollten mindestens in den ersten vier Lebensmonaten gestillt werden“, so Apotheker Matenaer und weiter: „Passivrauchen steigert das Allergierisiko.“
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