Die alten Apfelsorten sind empfehlenswert

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind die alten Apfelsorten wie beispielsweise Boskoop oder Ingrid Marie besonders wertvoll und gesund. Fotos (2): colourbox.de
 
Jeder Deutsche isst durchschnittlich 17 Kilo Äpfel im Jahr.
Kreis Borken (pd/dd). „An apple a day keeps the doctor away“ – diese englische Redewendung ist ganz wörtlich zu verstehen: „Ein Apfel am Tag hält den Arzt fern“. Aber kann ein Apfel wirklich ein solches Gesundheitsversprechen erfüllen? „Fest steht in jedem Fall: Äpfel sind extrem gesund“, erklärt Dr. Anja Luci, ernährungswissenschaftliche Beraterin der KKH Kaufmännische Krankenkasse anlässlich des Tags des Deutschen Apfels, der immer im Januar stattfindet.

„Das liegt aber nicht nur an den Vitaminen, sondern vielmehr an den reichlich vorhandenen Mineral- und Ballaststoffen, besonders aber an den sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Polyphenolen.“

Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht sind die alten Apfelsorten besonders wertvoll und gesund. Dazu gehören beispielsweise die regionalen Sorten Berlepsch, Boskoop, Cox Orange, Ingrid Marie und Idared. Wie Dr. Anja Luci in dem Zusammenhang erläutert, sind diese Sorten weniger verarbeitet und beinhalten aus diesem Grund deutlich mehr Polyphenole als die neuen Apfelsorten, zu denen unter anderem Pink Lady, Jonagold oder Granny Smith gehören. Beim Kauf von Äpfeln sollte man daher gezielt auf die regionale Herkunft achten.

Weiterhin dienen die sekundären Pflanzenstoffe als natürlicher Schutz gegen Insekten- und Pilzbefall, was – wenn überhaupt – zu weniger Spritzeinsätzen führt. Hinzu kommt: Alte Apfelsorten werden wegen ihres hohen Polyphenolgehalts von Allergikern besonders gut vertragen.

Äpfel können aber noch viel mehr, vor allem mit Blick auf ihre antioxidativen Eigenschaften. Auf diese Weise wirken sie entzündungshemmend und schützen vor freien Radikalen, die durch Stress und äußere Umwelteinflüsse entstehen.

Studien zufolge schützen die Inhaltsstoffe von Äpfeln auch vor Herzkreislauf-Erkrankungen, Krebs und Arthritis. „Nicht zu vergessen die Ballaststoffe“, ergänzt Dr. Anja Luci. „Besonders dem Ballaststoff Pektin sagt man nach, dass er den Blutzuckerspiegel konstant hält und somit das Hungergefühl dämpft. Ideal also für Menschen, die ein paar Pfunde loswerden wollen. Außerdem sind Äpfel ein wertvoller Kalium-Lieferant und gehören zu den nur mäßig zuckerreichen Obstsorten.“ Die Schale sollte unbedingt mitgegessen werden, da der größte Anteil der wertvollen Inhaltsstoffe direkt darunter sitzt.

Und wie werden Äpfel am besten gelagert? „Ich empfehle einen kühlen und lichtgeschützten Ort mit entsprechend hoher Luftfeuchtigkeit, beispielsweise einen Kellerraum oder Kühlschrank“, erklärt Dr. Luci.

Der Apfel ist das beliebteste Obst – ganze 17 Kilogramm Äpfel isst jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Dank seiner langen Haltbarkeit und neuer Lagertechnologien kann man das leckere Obst aus Deutschland das ganze Jahr über genießen. Beim Einkauf sollte man besonders darauf achten, dass die Äpfel eine glatte, feste Schale haben. Zu Mus oder Kompott verarbeitet, lässt sich das Obst problemlos acht bis zwölf Monate einfrieren.

Äpfel verströmen – wie die meisten Obst- und Gemüsearten – Ethylengas, das andere Obst- und Gemüsearten schneller reifen lässt. Daher sollte man Äpfel besser getrennt lagern.

Äpfel bringen gesunde Vielfalt auf den Speiseplan: Ob süß oder herzhaft, in Aufläufen oder Kuchen – die deutschen Apfelsorten eignen sich für jeden Zweck. Für Kuchen empfehlen sich feste und eher säuerliche Apfelsorten wie Boskoop, Elstar oder Jonagold. Im Obstsalat macht sich Braeburn oder Delbarestival gut. Pikante Gerichte wie Pfannkuchen mit Speck bekommen eine süße Note durch Sorten wie Gala oder Cox Orange. Ein guter Tipp zum Schluss: Wenn man auf geschälte oder aufgeschnittene Äpfel Zitronensaft träufelt, bilden sich keine braunen Stellen.
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