Europäische Trinkwasserrichtlinie

Auf die Betreiber von Eigenwasserversorgungsanlagen kommen zusätzliche Untersuchungen zu. Fotos: colourbox
Kreis Borken (pd/dd). Anfang des Jahres hat die Bundesrepublik die europäische Trinkwasserrichtlinie in nationales Recht umgesetzt. Damit werden die Bestimmungen der Trinkwasserverordnung deutlich verschärft. Die Folge: Der Kontrollaufwand für die Eigenwasserversorgungsanlagen wird erheblich größer. Zudem gibt das Land NRW künftig einen ganz engen Rahmen vor, in dem die Nichteinhaltung von Grenzwerten geduldet werden darf. Betroffen von den Neuregelungen sind insbesondere die Betreiber von Eigenwasserversorgungsanlagen. Wirksam werden die Veränderungen im Kreis Borken allerdings erst ab 2019, da der aktuelle Untersuchungsdurchgang des Kreisgesundheitsamtes für alle Formen der Wasserversorgungsanlagen noch bis Ende 2018 läuft. Die Betreiber der Eigenversorgungsanlagen werden voraussichtlich im 1. Quartal 2019 schriftlich über die Neuregelung und das weitere Vorgehen informiert. Aufgrund der hohen Zahl der betroffen Wasserversorgungsanlagen beabsichtigt das Gesundheitsamt, zeitversetzt und ortsbezogen entsprechende Informationen herauszugeben.

Im Kreisgebiet sind rund 7.000 Wasserversorgungsanlagen verschiedener Größe bekannt. Hinzu kommen rund 1.000 Hausinstallationen, die prüfpflichtig sind. Meldepflichtig sind alle Anlagen, mit denen Menschen mit Trinkwasser versorgt werden. Dazu gehören die zentralen Wasserwerke im Kreisgebiet ebenso wie unterschiedliche Eigenwasserversorgungsanlagen, die hauptsächlich dem Eigenbedarf dienen. Insgesamt rechnet das Kreisgesundheitsamt Borken mit einem erheblichen Mehraufwand an Untersuchungen und Datenverarbeitung: Auffällige Werte müssen bearbeitet, bewertet, nachverfolgt werden. Die Zahl der Ortstermine und Beratungen wird deutlich steigen. Hinzu kommt: Die Abgabe von ungeeignetem Wasser ist als Ordnungswidrigkeit oder gar als Straftat zu bewerten und damit auch ordnungs- bzw. strafrechtlich zu verfolgen. Klar ist überdies: Für die Betreiber der Anlagen werden die Kosten durch den veränderten und erweiterten Untersuchungsumfang steigen. Im Blickpunkt steht auch die Nitratbelastung im Wasser, denn bei bis zu 18 Prozent der Eigenwasserversorgungen im Kreis Borken gibt es derzeit erhöhte Werte. Schon länger werden Anlagen-Betreiber wegen erhöhter Nitrat-Werte gezielt beraten – vor allem mit Blick auf eine mögliche Gefährdung für Säuglinge und Kleinkinder.
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