Jeder Meter zählt

Da hat es wohl einer eilig. Foto: DVR/mid/akz-o
Borken (mid/spp-o). Tagtäglich spielen sich auf deutschen Autobahnen wahre Jagdszenen ab. Es gilt das Recht des Stärkeren, so scheint es. Mit wahnwitzigen Geschwindigkeiten fahren die Unbelehrbaren dem Vordermann fast an die Stoßstange. An diesem Irrsinn haben auch drastisch erhöhte Strafen für Raser nichts geändert. Dabei ist es längst erwiesen: Nicht angepasste Geschwindigkeit ist Ursache Nummer eins bei Unfällen mit Todesfolge.

Die Gründe für zu dichtes Auffahren sind vielfältig: Neben Fehleinschätzungen sind es nach Meinung von Unfallforschern vor allem emotionale und belastende Faktoren, die zu dichtem Auffahren verleiten: Ärger, Wut, Frustration, manchmal sogar Aggression und Stress. Die Auffassung, beim Drängeln schon nicht erwischt zu werden, kann ebenfalls dazu verleiten, den Sicherheitsabstand nicht einzuhalten. Dabei steht fest: Mit ausreichendem Sicherheitsabstand ist man entspannter unterwegs, kann in Notsituationen rechtzeitig reagieren, bremsen oder ausweichen. Aber wie groß muss der Abstand zum mit gleicher Geschwindigkeit vorausfahrenden Fahrzeug sein? Als Faustregel bietet sich die Zwei-Sekunden-Regel an. Es geht dabei um die Strecke, die in zwei Sekunden zurückgelegt wird. Hierzu merkt man sich einen Punkt, den das vorausfahrende Fahrzeug passiert, und zählt „einundzwanzig, zweiundzwanzig“. Wird der Punkt früher erreicht, ist der Abstand zu kurz.
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