Kirschen: Konfitüre, Kompott oder frisch vom Baum

Frisch vom Baum schmecken Kirschen besonders gut.
 
Im Juni und Juli sind die meisten Kirschen aus heimischen Anbau erhältlich.
Kreis Borken (pd/dd). Kirschen frisch vom Baum sind natürlich besonders lecker. Aus heimischen Anbau werden sie vor allem in den Monaten Juni und Juli angeboten. Sie stammen dann vielfach aus Norddeutschland, vor allem aus dem Alten Land vor den Toren Hamburgs. Weitere wichtige deutsche Kirschenanbaugebiete liegen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Im Handel erhältlich sind die wohlschmeckenden Früchte von Mai bis Oktober – und mitunter auch noch länger. Diese stammen meist aus Südeuropa, vor allem aus Italien. Von dort aus trat die roten Früchtchen dereinst auch ihren Siegeszug durch Europa an.

Passenderweise war es ausgerechnet der römische Feldherr und Senator Lukullus, der aufgrund seiner Vorliebe für opulente Gastmahle zum Namensgeber für reichliches und ausgezeichnetes Essen wurde, der die leckere Frucht aus Kleinasien um 70 vor Christus mit nach Rom brachte. Lukullus soll der Überlieferung zufolge in der Hafenstadt Kerasos, dem heutigen Giresun in der Türkei, an die Pflanzen gekommen sein. Auf den Namen dieser Stadt geht auch die Bezeichnung „Kirsche“ zurück. So heißt die Frucht in Frankreich denn auch „cerise“ oder in Spanien „cereza“.

Unterdessen können sich Kirschenliebhaber an Hunderten Sorten des Obstes gütlich tun. Grundsätzlich werden die Früchte, die zum Steinobst und somit zur Familie der Rosengewächse gehören, seit dem 18. Jahrhundert in Süß- und Sauerkirschen unterteilt. Die bekanntesten Sauerkirschen sind die Weichseln, und hier speziell die Sorte Schattenmorelle, sowie die Amarellen.

Von den Süßkirschen sind die hartfleischigen Knorpelkirschen und die weichfleischigen Herzkirschen vor allem als Frischobst sehr geschätzt. Sauerkirschen werden mehr zum Backen, zum Einmachen, für Konfitüren, Kompott und Säfte verwendet. Dagegen lassen sich aus weichfleischigen Süßkirschensorten wiederum ansprechende Kirschwasser brennen.

Doch Kirschen sind nicht nur ein wohlschmeckender, aromatischer und frischer Genuss im Sommer – sie sind zudem kalorienarm, aber dafür reich an gesundheitsfördernden Wirkstoffen. Die Früchte bestehen zu mehr als 80 Prozent aus Wasser, daher gelten sie zu Recht als „Schlankmacher“. Immerhin weisen 100 Gramm von diesem Obst gerade einmal rund 55 Kilokalorien auf.

Dagegen punkten die roten Früchte mit einigen sogenannten Bioaktivstoffen, die allesamt für unseren Körper sehr wertvoll sind: So enthalten Kirschen die Vitamine A, B1, B2, B6 und C sowie die Mineralien Kalzium, Magnesium, Mangan, Phosphor und Eisen. All diese Nährstoffe kommen beispielsweise dem Aufbau von Knochen und Zähnen zugute. Darüber hinaus versorgt der Verzehr von Kirschen den Körper mit Folsäure. Dieses Vitamin ist besonders für Schwangere wertvoll und zudem wichtig für die Zellteilung sowie die Blutbildung.

Durch seinen Gehalt an Flavonoiden und seinen Reichtum an sogenannten Anthocyanen, welche die Früchte rot färben, soll das Steinobst außerdem antioxidativ wirksam sein, also Körperzellen vor Alterung und Entartung schützen. Die pflanzlichen Farbstoffe senken zudem das LDL-Cholesterin.

Aufgrund all dieser positiven Eigenschaften werden Kirschen häufig als Alleskönner gelobt: Sie schmecken gut, sie sind sehr gesund und machen obendrein nicht dick.
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