Mit ausgewogener Ernährung fit bleiben

Wer Kinder hat, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Lebensmittelauswahl auf gesunde Produkte achten. Foto: „nuzza11 - Fotolia/Nestlé Ernährungsstudio“
 
Sich Zeit lassen und Essen bewusst genießen, macht Freude.
Kreis Borken (pd/dd). Eine gesunde, ausgewogene Ernährung trägt nicht nur dazu bei, bis ins hohe Alter fit zu bleiben. Sie unterstützt ein gesundes Wachstum, stärkt das Immunsystem und steigert die allgemeine Leistungsfähigkeit. „Die Grundlagen für unsere spätere Entwicklung erhalten wir bereits vor der Geburt. Aber nicht nur während der Schwangerschaft ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Auch im weiteren Lebenslauf hat sie positive Auswirkungen auf die Gesundheit und beeinflusst zum Beispiel die Lern- und Arbeitsfähigkeit in der Schule und im Beruf“, erklärt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio.


Guter Start ins Leben: Schon in der Schwangerschaft wird der Grundstein für die gesunde Entwicklung des Kindes gelegt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt daher, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit auf eine bedarfsgerechte Ernährung zu achten. In den ersten sechs Lebensmonaten sollte das Kind ausschließlich gestillt werden. Nach ungefähr sechs Monaten beginnt dann langsam die stufenweise Einführung von fester Nahrung. „Wichtig ist es, dass die Auswahl und Konsistenz der Nahrung dem Entwicklungsstand des Babys entsprechen. Zu Beginn wird pürierte Nahrung gefüttert und nach einiger Zeit, während das Kind das Kauen lernt, kommen kleine, weiche Stückchen hinzu. Wenn dem Kind dabei eine große Auswahl an nährstoffreicher und altersgerechter Nahrung angeboten wird, gewöhnt es sich zudem an unterschiedliche Geschmäcker und Aromen“, erklärt Dr. Annette Neubert. Dabei werden neue Lebensmittel schrittweise und mit einigen Tagen Abstand in den Speiseplan integriert. Nährstoffangereicherte Getreidebreie können dabei helfen, den Vitamin- und Mineralstoffbedarf des Kindes zu decken.


Kinder in die Küche: Wer Kinder hat, sollte mit gutem Beispiel vorangehen und bei der Lebensmittelauswahl auf viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, wenig Zucker, Fett und Salz sowie ungesüßte Getränke achten. Kleinkinder müssen ein ihnen unbekanntes Gemüse bis zu zehnmal probieren, bevor sie sich an den Geschmack gewöhnen. Ungeliebtes Gemüse lässt sich zum Beispiel ins Lieblingsessen integrieren. Obst und Gemüse in lustigen Figuren eignen sich hervorragend für die Kleinen, denn auch das Kinderauge isst mit. Die gemeinsame Zubereitung von Mahlzeiten und das gemeinsame Essen eignen sich nicht nur zum Austausch innerhalb der Familie, sondern bringen den Kindern auf spielerische Art den bewussten Umgang mit Lebensmitteln sowie eine gesunde Ernährung näher. Ebenso schulen das gemeinsame Einkaufen sowie das Planen der Mahlzeiten, eine ausgewogene Lebensmittelauswahl zu treffen.


Pubertät: Für heranwachsende ist eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig, kann aber zu einer echten Herausforderung werden. Denn in dieser Lebensphase legen Teenager großen Wert auf ihre eigenen Vorlieben. Die ausgewogene Kost sollte daher besonders appetitanregend, zum Beispiel in Form von Smoothies, Vollkorn-Wraps, Suppen oder Sandwiches, gestaltet werden. Snacks und Süßigkeiten müssen nicht immer kalorienreich sein. Selbstgemachte kalorienarme Varianten sind tolle Alternativen. Jedoch bestimmen auch emotionale Herausforderungen die Pubertät. Das kann dazu führen, dass die Kinder zu viel essen, Mahlzeiten auslassen oder eine Diät beginnen. Daher sollten Eltern das Ernährungsverhalten ihres Kindes beobachten. Wenn es über einen längeren Zeitraum zu extrem erscheint, sollte, gegebenenfalls mit professioneller Hilfe, das Gespräch mit ihrem Kind gesucht werden.


Mittlere Jahre: In diesen Lebensabschnitt verändert sich der Stoffwechsel. Der Kalorienverbrauch sinkt, aber die Essgewohnheiten ändern sich häufig nicht. Das Essen bewusst zu genießen, sich Zeit für die Mahlzeiten zu nehmen und auf das Sättigungsgefühl zu achten, hilft dabei, die Essgewohnheiten positiv zu beeinflussen sowie den Energiebedarf nicht zu überschreiten. Zudem sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie einen mäßigen Alkoholkonsum geachtet werden.


Senioren: Mit zunehmendem Alter verändert sich das Geschmacksempfinden. Auch Zahnprobleme, Medikamente oder Krankheiten sind häufige Ursachen für einen Appetitverlust. Trotz eines verringerten Energiebedarfs ist eine ausgewogene Ernährung dennoch von zentraler Bedeutung, um ausreichend Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen. Ein reichlicher Verzehr von Obst und Gemüse ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Ernährung. Wenn Lebensmittel nur noch selten eingekauft werden können, ist es ratsam, einen Vorrat in der Gefriertruhe anzulegen. Ebenso ist es wichtig, aufgrund des mit dem Alter abnehmenden Durstempfindens auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. „Wenn ein Gewichtsverlust zur gesundheitlichen Beeinträchtigung führt, ist es sinnvoll, über Nahrungsergänzungsmittel oder Mahlzeitenersatz nachzudenken. Damit können bei Bedarf Lücken in der Nährstoff-, Kalorien- und Eiweißzufuhr gefüllt werden“, erläutert Dr. Annette Neubert. Für bedarfsgerechte Ernährungsstrategien im höheren Alter empfiehlt es sich, einen Ernährungsberater oder einen Arzt aufzusuchen.
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