Nachhaltig dekorieren

Auch ohne Kunststoff und Metall lassen sich weihnachtliche Hingucker basteln.
 
Weihnachtsschmuck aus dem Wintergarten.
Kreis Borken (pd/dd). Wer einen Garten hat, kann sich freuen, denn immergrüne Zweige, winterliche Blüten und dekorative Früchte sorgen auf natürlich Weise für weihnachtliche Stimmung – drinnen und draußen. Vom Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) gibt es hier einige Tipps für den nachhaltigen Weihnachtsschmuck vom Beet.

Die Stechpalme (botanisch: Ilex) kommt in vielen Variationen vor. Als Weihnachtsschmuck sind besonders die immergrünen Sorten mit den klassischen roten Beeren beliebt (amerikanischer Ilex). Achtung beim Pflanzen: Die Stechpalme ist zweigeschlechtlich und die hübschen Beeren finden sich nur an den weiblichen Pflanzen. Und auch das nur, wenn sich ein männliches Exemplar zur Befruchtung in der Nähe befindet. Wer Zweige ins Haus holt, sollte allerdings bedenken, dass Blätter und Beeren giftig sind – Ilexschmuck sollte also außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren angebracht werden. Im Garten sind die Beeren im Winter willkommenes Vogelfutter, denn die gefiederten Freunde haben mit den enthaltenen Giftstoffen kein Problem.

Ein blühender Garten zum Weihnachtsfest? Das ist nicht nur in tropischen Gefilden möglich. Christrosen (botanisch: Helleborus niger) blühen klassischerweise im frostigen Januar – frühe Sorten öffnen aber schon pünktlich zur Adventszeit ihre Blüten. Bestimmte Weihnachts-Christrosen blühen bereits im Dezember. Das Schöne an Christrosen: Einmal am richtigen Platz gepflanzt, hat man viele Jahre Freude an der Staude. Wichtig ist ein halbschattiger bis schattiger Platz und ein gut durchlässiger Boden. Auf Nässe reagieren Christrosen nämlich deutlich empfindlicher als auf Trockenheit.

Mistelzweige gehören schon lange zur klassischen Weihnachtsdekoration. Die wintergrünen Zweige mit den weißen Beeren sollten früher böse Geister abwehren. Auch im Garten lassen sich die sogenannten Halbparasiten kultivieren – allerdings nur mit etwas Geduld. Man benötigt dazu einen Wirtsbaum – zum Beispiel Apfel, Erle oder Hainbuche und Beeren von einem Mistelzweig. Eine Beere wird einfach samt ihrer klebrigen Samenhülle in eine Astgabel gedrückt. Nun ist Geduld gefragt. Nach einigen Monaten schlägt die Mistel Wurzeln, nach ein bis zwei Jahren bricht der Trieb nach draußen, über mehrere weitere Jahre wächst sie zu ihrer buschigen Form heran. In der Regel tötet die Mistel ihren Wirtsbaum nicht – schließlich stirbt dann auch sie. In sehr milden Wintern können sich Misteln aber sehr stark vermehren. Dann sollte regelmäßig geschnitten werden, damit der Baum noch genug Nährstoffe bekommt.

Es muss nicht immer grün sein – Hagebutten und Zapfen sind als Deko gut geeignet. Wie kleine Christbaumkugeln hängen Hagebutten an Rosenzweigen und schmücken im Garten genauso wie im Wohnzimmer. Die meisten Rosen können Hagebutten bilden, die schönsten zeigen aber Wildrosen.

Auch andere Fruchtstände machen sich gut im Weihnachtsgesteck. Neben den klassischen Fichten- oder Tannenzapfen schaffen zum Beispiel Mohnkapseln oder Samenstände der Süßdolde interessante Effekte. Am Ende der Weihnachtszeit heißt es dann zurück in den Garten. Ob Hagebuttenstrauß, Zapfendeko oder Mistelzweig – sie kommen nicht nur aus der Natur, sondern dürfen nach dem Fest auch dorthin zurück. Vorausgesetzt, sie wurden nicht mit Farbe oder Klebstoff behandelt. Am besten werden die Pflanzenteile kleingehäckselt, dann verrotten sie auf dem Kompost besser und können alternativ auch als Mulch fürs Beet verwendet werden.
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