Nebenwirkungen oft unterschätzt: Sichere Medikamente retten Leben

Nebenwirkungen von Medikamenten werden oft unterschätzt. Foto: KKH
Borken (pd/hie). Laut Untersuchungen landet etwa jeder 15. Patient wegen Arzneimittel-Nebenwirkungen in der Notaufnahme. Rund 90 Prozent davon müssen anschließend stationär behandelt werden. Besonders bei älteren Patienten mit mehreren Erkrankungen, die täglich sieben oder mehr Medikamente einnehmen, ist das Risiko dafür hoch. Erschreckend: Nach Schätzungen sterben durch Nebenwirkungen von Arzneimitteln jährlich etwa 30.000 Menschen in Deutschland und damit mehr als neunmal so viele wie 2018 durch Unfälle im Straßenverkehr.

Einige Beispiele für Nebenwirkungen häufig verschriebener Medikamente sind:

Antidepressiva, Schlaf- und Beruhigungsmittel können Stürze, Schwindel oder auch Aggressivität verursachen,

Antiallergika können zu Kopfschmerzen, Übelkeit und Bauchschmerzen führen,

Antibiotika lösen mitunter Allergien, Pilzinfektionen sowie Leber- und Lungenerkrankungen aus.

„Bis Medikamente in Deutschland zugelassen werden, durchlaufen sie strenge Prüfungen“, erklärt Sven Seißelberg, Apotheker der KKH Kaufmännische Krankenkasse. „Doch da sie nur an einer relativ geringen Zahl von Patienten klinisch erprobt werden, gibt es bei der Zulassung in der Regel noch keine vollständige Transparenz über die Nebenwirkungen.“

Die KKH unterstützt das Online-Portal ‚Nebenwirkungen.de‘ des Kooperationspartners Medikura. Hierüber kann jeder schnell, einfach und vertraulich Nebenwirkungen eines Medikaments, die er bei der Einnahme an sich beobachtet hat, dem jeweiligen Hersteller online melden. Auch der behandelnde Arzt oder Apotheker kann in die Meldung eingebunden werden.

Sämtliche Meldungen werden von zwei Überwachungsbehörden gesammelt, registriert und bewertet: dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. Verdachtsfälle über Nebenwirkungen können Patienten auch direkt an diese Bundesbehörden melden unter www.bfarm.de/uawmelden und www.pei.de melden.
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