Repair-Café: „Es geht um Nachhaltigkeit und Spaß“

Das „Tüftler“- Team repariert so ziemlich jedes Elektrogerät.
Bocholt (azi). Warum liebgewonnene Dinge neu kaufen, wenn man sie auch reparieren kann? Diese Frage haben sich vor einigen Jahren ein paar Tüftler gestellt. Sie haben sich zusammengesetzt, um in Bocholt ein Repair-Café ins Leben zu rufen. Diesen Samstag von 11 bis 14 Uhr können Besitzer von kaputten elektronischen Kleingeräten wie Handys oder Nähmaschinen ihre Schätze wieder in die Fabi Bocholt am Ostwall 39 bringen, um sie dort gegen eine kleine Spende reparieren zu lassen. Das Repair-Café hat alle zwei Wochen geöffnet.

Neben der Reparatur von Geräten bietet die Ehrenamtler des Repair-Cafés auch das Schleifen von Messern, Schmuck aus Fahrradschläuchen, die Reparatur von Fahrrädern sowie Kleidung und ein Frühstück an. Fachinformatiker Michael Kühnen aus Bocholt ist via Internet zum Projekt gekommen. Ihn begeistert die Idee der Nachhaltigkeit. Er ist bei nahezu jedem Repair-Café dabei und stellt seine Fähigkeiten unter anderem Besitzern von kaputten Mobiltelefonen zur Verfügung. „Wir schmeißen zu viel weg, was sich noch reparieren lässt“, sagt er. „Meist reicht bei einem Handy der Austausch des Akkus, um es wieder zum Laufen zu bringen.“

Um das Thema Nachhaltigkeit geht es bei den Treffen des Repair-Cafés nicht nur bei der Reparatur von Geräten: Tanja Doeven bietet nach einem erfolgreich absolvierten Kurs zum Thema „upcycling“ Schmuck, kleine Taschen und Dekoration aus Fahrradschläuchen an. Bei der Fertigung kann man ihr jeden zweiten Samstag zuschauen und sich von den handgemachten Dingen gegen eine Spende etwas Schönes mit nach Hause nehmen.

Vor einer Schleifmaschine sitzend findet man Friedrich Kersting. Er schärft Messer und Scheren. „Ich möchte die Welt ein kleines bisschen retten“, sagt er mit einem Augenzwinkern, wenn man ihn fragt, warum er beim Repair-Café mitmacht. „Wir sind ein bunter Haufen, dem es um Nachhaltigkeit und Spaß geht.“ Kersting schärft nicht nur Messer und Scheren, sondern gibt den Besuchern auch noch wertvolle Ratschläge mit auf den Heimweg. „Denn Messer gehören nicht in Schubladen. Dort verlieren sie ihre Schärfe ganz schnell wieder. Messer gehören in einen Holzblock.“

Momentan sammeln die Ehrenamtler Geld für die Einrichtung einer kleinen Werkstatt, in der sie ihre Maschinen und Werkzeuge lassen können. „Denn zur Zeit bringen wir jedes Mal alles immer wieder von zuhause mit“, sagt Kersting.

Der zweite Michael (D.) Kühnen im Team kommt aus Isselburg, hat das Projekt mit ins Leben gerufen und auch die Öffentlichkeitsarbeit übernommen. „Wir suchen Verstärkung aus dem Bereich Elektrotechnik sowie Elektronik. Gerne auch Radio- und Fernsehtechniker oder Mechatroniker. Aber auch Hobbybastler, die Spaß am Tüfteln haben“, sagt er. „Und wir bieten auch an, in anderen Städten wie Borken, beim Aufbau ähnlicher Gruppen zu helfen.“ Interessierte können entweder in Bocholt vorbeikommen oder sich unter 0151/40510742 informieren.
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