Sechs Gramm Salz am Tag reichen aus

Imposante Salzberge bei Ses Salines auf Mallorca.
Kreis Borken (pd/dd). Macht zu viel Salz krank und viel Salz ist gesund? Basierend auf einem Schätzwert empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Erwachsenen eine tägliche Aufnahme von mindestens 550 Milligramm Natrium, das entspricht 1,4 Gramm Kochsalz. Maximal sollten pro Tag 6 Gramm Salz aufgenommen werden. Der tatsächliche Verzehr pro Tag liegt mit durchschnittlich 10 Gramm bei Männern und 8,4 Gramm bei Frauen jedoch deutlich über diesen Empfehlungen.

Salz besteht aus den lebensnotwendigen Mineralstoffen Natrium und Chlorid. „Natrium ist unter anderem wichtig für den Säure-Basen-Haushalt sowie die Muskel- und Nervenzellen. Chlorid wird für die Bildung von Verdauungssäften benötigt. Allerdings kann ein dauerhaft hoher Salzkonsum das Risiko für Bluthochdruck steigern“, erklärt Dr. Annette Neubert, Ernährungswissenschaftlerin im Nestlé Ernährungsstudio. Studien zeigen auch, dass ein reduzierter Salzkonsum den Blutdruck senken kann. Bei Personen mit Bluthochdruck ist der Effekt stärker als bei Personen, deren Blutdruck im Normbereich liegt.

„Um die tägliche Aufnahme zu verringern, ist es hilfreich, seine Gewohnheiten beim Salzen sowie den Salzgehalt von Lebensmitteln zu beachten“, erläutert Dr. Annette Neubert. „Das Essen, das bei der Zubereitung selbst gesalzen wird, macht nur einen kleinen Teil des täglichen Salzverzehrs aus.“ Der Großteil wird eher unbewusst über verarbeitete Lebensmittel aufgenommen und variiert je nach Essgewohnheiten und Geschlecht.

So tragen beispielsweise Brot und Brötchen zu circa 24 Prozent, Fleisch- und Wurstwaren zu 15 bis 21 Prozent und Käse sowie Milchprodukte zu circa 10 Prozent zur täglichen Salzaufnahme bei.

Die Nährwerttabelle auf verpackten Lebensmitteln gibt an, wie hoch der Salzgehalt im Einzelnen ist. „Oft lassen sich Alternativen finden, die weniger Salz enthalten, zum Beispiel Kochschinken statt Salami oder Frischkäse statt Gouda“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Dr. Annette Neubert. Werden Speisen selbst zubereitet, ist es ratsam, Salz sparsam zu verwenden und solches mit Zusätzen wie Jod, Fluorid und Folsäure zu bevorzugen. Die Anreicherung erleichtert es, wichtige Spurenelemente und Mineralstoffe in ausreichender Menge aufzunehmen. Jod ist wichtig für die Schilddrüse, Fluorid sorgt für die Mineralisation von Zähnen sowie Knochen und Folsäure ist wichtig für die Blutbildung und die gesunde Entwicklung des Embryos in der Schwangerschaft.

Speisesalz war schon im Altertum ein wichtiges Würzmittel und wurde zur Konservierung von Lebensmitteln eingesetzt. Die vermutlich älteste Art der Gewinnung ist die aus Meerwasser. Heute werden etwa 20 Prozent des weltweiten Verbrauchs aus Meerwasser gewonnen. Steinsalz hingegen wird unter Tage abgebaut – in Deutschland beispielsweise in Berchtesgaden.
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