Teuflisch, buddhistisch oder royal

Wer im Frühjahr seine Blütenpracht genießen möchte, der muss jetzt Zwiebeln verbuddeln.
 
Ein üppiges und farbenfrohes Tulpenbeet muss im Herbst geplant werden.

Schon jetzt an den Frühlingsgarten denken: Tulpenzwiebeln müssen im Herbst in die Erde

Kreis Borken (pd/dd). Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für Tulpenzwiebeln und so sind viele Gartenfreunde derzeit auf der Suche nach den passenden Blüten für ihren Frühlingsgarten. Dabei stoßen sie auf manch exotisch klingenden Namen, die neugierig machen: „Diablo“, „Hakuun“ oder „Hewerri“. „Wie kommen die Tulpen zu so ungewöhnlichen Namen?“, wird sich manch einer fragen. Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn dahinter verbergen sich oft spannende Geschichten. Einige Tulpen werden nach berühmten Personen benannt, einige nach ihrem Entdecker und bei anderen beschreibt der Name den besonderen Charakter einer Tulpe. Manchmal ist der Ursprung des Namens mit der Zeit auch in Vergessenheit geraten. Denn alte Tulpensorten verschönern schon seit achtzig, neunzig oder sogar über hundert Jahren unsere Gärten.

Bei Tulpen denken die meisten zuerst an die endlosen, farbenprächtigen Zwiebelblumenfelder in Nord-Holland. Hier, genauer in Zijpe lebt und arbeitet Carlos van der Veek von Fluwel. Seit den achtziger Jahren ist er im internationalen Blumenhandel tätig und weiß daher, dass auch in anderen Ländern schöne Tulpen gezüchtet werden. Er schwärmt von einer Tulpe, die er im japanischen Toyama entdeckt hat – etwa 500 Kilometer nördlich von Tokio: „Eine wunderschöne schneeweiße Tulpe, die absolut zuverlässig blüht. Sie wurde nach dem legendären Zen-Buddhisten Haku’un benannt. Die „Hakuun“-Tulpe gilt in der japanischen Gartenkunst als eine Blume, die sehr viel Ruhe ausstrahlt.“ Als van der Veek vor zehn Jahren in Japan war, hat er einige Zwiebeln in seinen niederländischen Betrieb mitgebracht und dort vermehrt. Daher können nun auch europäische Gartenfreunde mit der „Hakuun“-Tulpe ihre grüne Oase bereichern.

Noch immer entdeckt man neue Tulpen. In solchen Fällen erhält die Pflanze meist den Namen ihres Entdeckers. So wurde eine aus Afghanistan stammende Zwiebel nach dem englischen Professor Tom Hewer benannt. Bei Untersuchungen der Universität für Landschaftsbau in Wageningen wurde festgestellt, dass die „Hewerri“-Tulpe gegen viele Krankheiten resistent ist und somit fast ganz ohne Pflanzenschutzmittel auskommt. Durch ein aufwändiges Kreuzungsprogramm stellte man sicher, dass diese guten Eigenschaften, die „Hewerri“ in ihren Genen trägt, für nachfolgende Generation bewahrt bleiben. „Die Tulipa „Hewerri“ überzeugt auch durch ihre sonnengelbe Farbe und ihre frühlingshafte Ausstrahlung. Aus jeder Zwiebel wachsen mehrere Blüten und sie eignet sich auch prima als Terrassentulpe in Töpfen und Blumenkästen“, so van der Veek.

Nicht jede Namensgebung ist jedoch so zwangsläufig wie bei „Hewerri“. Manchmal drängt sich ein Name für eine Tulpe aufgrund ihres Aussehens oder ihres Duftes einfach auf und wird zu ihrem Spitznamen. „Die langblühende, auffällige „Chato“-Tulpe mit ihren großen, reich gefüllten Blüten nenne ich häufig Pfingstrosen-Tulpe“, sagt van der Veek. „Sie hat so viel Klasse und Schönheit, dass sogar manche Rose eifersüchtig werden könnte!“ Bei anderen Tulpen ist der Name ebenso klangvoll, aufregend und inspirierend wie ihre Blüten. „Diablo bedeutet auf Spanisch Teufel. So hieß aber auch ein sehr bekanntes Modell von Lamborghini. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass die gleichnamige Tulpe ebenso berühmt wird wie der Sportwagen. Auch sie ist tiefgelegt, hat eine auffällige Farbe und aufsehenerregende Blüten. ’Diablo‘ ist eine ganz besonders schöne Tulpe, in deren Adern das Blut der wilden „Greigii“-Tulpe fließt.“

Bei der Tulpe „Spring Garden“ ist nicht der Name das Besondere, sondern ihre Taufe. „Diese Tulpe stammt aus unserer eigenen Zucht und hat mir einen unvergesslichen Tag beschert“, erzählt van der Veek. Sie wurde seinerzeit von Königin Beatrix beim Empfang zum sechzigjährigen Bestehen des Keukenhofs getauft. Weitere Infos unter www.fluwel.de oder www.zwiebelhaft.de.
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