Vogelhäuschen oder Futtersäule?

Das muntere Treiben von Meisen, Rotkehlchen und Co. im Garten macht Freude.
 
Futterhäuschen gibt es in den unterschiedlichsten Größen, Materialien und Formen.
Borken (pd/hie). Dass es der heimischen Vogelpopulation hilft, sie ganzjährig mit Futter zu unterstützen, pfeifen die Spatzen inzwischen von den Dächern. Aber nicht nur die Tiere haben etwas davon – den Menschen bringt es viel Freude, das muntere Treiben von Meisen, Rotkehlchen und Co. im Garten zu beobachten. Die Frage, die sich viele gerade jetzt zu Beginn der kalten Jahreszeit stellen, ist: Bietet man den Vögeln die Sonnenblumenkerne, fettummantelten Haferflocken und Erdnüsse im Vogelhäuschen oder besser in Futtersäulen an?

Futterhäuschen gehören seit langem zu den attraktiven Dekoklassikern im Garten. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Größen, Materialien und Formen. Was ihre Praxistauglichkeit im Einzelfall angeht, gibt es jedoch einiges zu beachten. Christine Welzhofer, Fachfrau für Wildvogelfütterung aus dem bayerischen Gessertshausen, empfiehlt Häuschen, deren Grundfläche etwa die Größe eines DIN A4-Blattes haben: „Der Boden sollte rundherum möglichst etwa zwei Zentimeter hohe Randleisten besitzen, damit das Futter nicht herausfallen kann, wenn es windig ist oder die Vögel darin herum hüpfen. Um die Futterstation ohne großen Aufwand regelmäßig auskehren und ab und an auch heiß auswaschen zu können, muss die Leiste an einer Seite abnehmbar sein. Den gleichen Zweck erfüllen auch Futterhausmodelle mit einem herausziehbaren Boden.“ Ein Tipp: Das Sauberhalten wird zusätzlich erleichtert, wenn man das Häuschen mit einer passend zugeschnittenen Kartonage auslegt. Diese kann dann von Zeit zu Zeit einfach durch eine neue, saubere ersetzt werden. Und wer den Vögeln grundsätzlich nur schalenloses Futter anbietet, muss seltener Spelzen auskehren.

„Vogelfutter braucht immer einen geeigneten Schutz vor Nässe, damit es nicht verdirbt“, unterstreicht Welzhofer. „Damit Schlagregen und Schneeflocken möglichst nicht in das Futterhäuschen hineingeweht werden, sollte das Dach an den Seiten tief heruntergezogen sein. Idealerweise wird beim Aufstellen darauf geachtet, dass nicht ein offener Giebel, sondern eine Dachhälfte der sogenannten Wetterseite zugewandt ist. In den meisten Regionen ist das der Nordwesten.“ Besonders beliebt sind Vogelhäuschen aus natürlichen Materialien wie Holz. Allerdings verwittern sie leichter und müssen gegebenenfalls aller paar Jahre neu angestrichen werden. Damit man lange Freude am Futterhäuschen hat, sollten alle verarbeiteten Metalle möglichst rostfrei und alle Plastikteile UV-beständig sein. Glaskomponenten sind nicht empfehlenswert, da sie nicht bruchfest sind. Plexiglas ist da besser geeignet. Speziell Kleinvogelhäuschen, die sich mit einem Saugnapf an einem Fenster befestigt lassen, sind zumeist vollständig aus Kunststoff gefertigt. Welzhofer: „Es ist schon etwas Besonderes und sehr erlebnisintensiv, wenn man die Vögel so nah - direkt vor der Fensterscheibe des eigenen Wohnzimmers - beobachten kann. Es fordert aber auch entsprechenden Einsatz, um Fenster und Sims sauber zu halten.“

Futterspender und -säulen haben den Vorteil, dass sie überall im Garten ohne großen Aufwand in die Äste von Bäumen und Sträucher gehängt werden können. Außerdem kommt es beim Einsatz nicht zu groben Verunreinigung des Futters etwa durch Vogelkot. Auch hier sind unterschiedliche Modelle im Handel erhältlich. Daher sollte beim Kauf darauf geachtet werden, dass das Futter in dem ausgewählten tatsächlich wettergeschützt ist und dass man es leicht auseinandernehmen sowie aus- und abwaschen kann. Eine Alternative zu Futterspendern und -säulen ist die leichte Einwegvariante: der Vogelschmaus. Dabei ersetzt ein Netz mit Aufhängung die Hardware. Beim Einsatz verbleibt der obere Teil der Verpackung am Produkt, sodass die Vogelnahrung vor Witterungseinflüssen geschützt ist. „Viele Tierliebhaber bieten ihren Vögeln im Garten auch eine Kombination von Häuschen- und Säulen- bzw. Schmausfütterung an“, weiß Welzhofer. „Das hat viele Vorteile: Die Verteilung des Nahrungsangebots auf mehrere Standorte bedeutet für die Vögel weniger Stress, denn der Andrang an den einzelnen Stationen ist nicht so groß und beim Wettstreit um das Futter haben auch schwächere Arten und Individuen eine Chance. Zudem können durch unterschiedliche Futterangebote sowohl Körner-, Beeren- als auch Weichfresser in den Garten gelockt werden.“
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