Vorsicht: Zucker lauert fast überall

Wer sich gesund ernähren möchte, der sollte der Zuckergehalt seiner Nahrung kontrollieren.
 
Rund 35 Kilo Zucker verzehrt jeder Deutsche pro Jahr. Fotos (2): Colourbox.de
Kreis Borken (pd/dd). Zucker gehört mit zu den am häufigsten verwendeten Nahrungsmitteln und steht aufgrund seiner gesundheitsschädigenden Wirkung aktuell stark in der Kritik.

Der Jahresverbrauch von Zucker liegt in Deutschland bei rund 35 Kilogramm pro Person. Das entspricht täglich rund 100 Gramm oder 32 Stück Würfelzucker und ist damit für die Gesundheit deutlich zu viel. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, für Erwachsene fünf Prozent des täglichen Energiebedarfs mit zugesetztem Zucker zu decken, also lediglich knapp 24 Gramm oder knapp acht Stück Würfelzucker täglich. Ausgenommen ist bei dieser Empfehlung ausdrücklich der in frischem Obst, Gemüse und auch Milch enthaltene natürliche Zucker.

Aber ist Zucker denn gleich Zucker? „Nein“, sagt Wiebke Linnemann, Ernährungsexpertin der KKH Kaufmännische Krankenkasse in Hannover. „Es kommt immer auf die Zuckerart und auf die Menge an, wenn sie einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit und unser Gewicht haben soll.“ Grundsätzlich gilt: Der klassische Haushaltszucker, aber auch industriell hergestellte Zuckerarten in verarbeiteten Lebensmitteln, wirken sich in zu hohen Mengen schädlich auf den Stoffwechsel im Körper aus, während der Zucker, wie er in Früchten, Gemüse oder vollwertigen Lebensmitteln vorkommt, für den täglichen Energiebedarf wichtig und gesund ist.

Einfachzucker, die häufig in industriell gefertigten Lebensmitteln enthalten sind, werden vom Körper am schnellsten verstoffwechselt, was zu starken Schwankungen des Blutzuckerspiegels führt. Heißhungerattacken sind damit vorprogrammiert. Zudem kann der menschliche Körper diese einfachen Kohlehydrate nur in begrenzten Mengen speichern. Alles, was darüber hinausgeht, wird direkt in Fett umgewandelt und landet als unschöne „Pölsterchen“ auf den Hüften, am Bauch und am Po.

Mehrfachzucker lassen den Blutzuckerspiegel dagegen langsam ansteigen, da die langkettigen Zucker erst in ihre Einzelbausteine zerlegt werden müssen. „Dies schützt auch eher davor, nach dem Essen müde zu werden“, erklärt Linnemann. „Deshalb spielen natürliche und unverarbeitete Lebensmittel, die gesunde Zucker liefern, eine wichtige Rolle, weil sie genügend Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthalten. Sie wirken darüber hinaus verdauungsregulierend und halten zudem länger satt.“

Dazu gehören in jedem Fall Gemüse und möglichst unverarbeitete Getreideprodukte sowie Hülsenfrüchte. Aber auch ganzes, frisches Obst zählt dazu. Die in Obst enthaltene natürliche Fruktose ist im Gegensatz zur synthetisch hergestellten Fruktose,


Zuckerfalle


die in vielen industriell verarbeiteten Lebensmittel zu finden ist, deutlich gesünder.

Wer abnehmen möchte, sollte jedoch beachten, dass bestimmte Obstsorten wie Bananen, süße Äpfel, Mangos und Ananas deutlich mehr natürlichen Fruchtzucker enthalten als beispielsweise frische Aprikosen, Beeren, Kirschen und Kiwis. Der Speiseplan sollte daher entsprechend gestaltet werden.

„Längerfristig kann eine zuckerreiche Ernährung mit Weißbrot, Frühstückscerealien, Gebäck, Pizza, Süßigkeiten und zuckerhaltigen Limonaden zu ernsthaften Gesundheitsproblemen und Krankheiten wie Diabetes Typ 2 mit seinen Folgeerkrankungen führen“, betont Wiebke Linnemann. „Deshalb ist es ratsam, auf Fertigprodukte möglichst zu verzichten oder den Verzehr deutlich einzuschränken. Und tappen Sie nicht in die Zuckerfalle bei getrockneten Früchten. Besonders Rosinen, Aprikosen, Apfelchips, Feigen und Datteln enthalten hohe Zuckerkonzentrationen.“

Vorsicht, so die Expertin abschließend, ist auch vor künstlichen Süßungsmitteln wie beispielsweise Aspartam und Saccharin geboten. Diese stehen in Verdacht, das Verlangen nach weiterem Süßen und nach noch mehr Nahrung zu steigern. Dies wiederum führt dann zu einer vermehrten Kalorienaufnahme und lässt das Körpergewicht in die Höhe schnellen!
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