Wann sich Physiotherapie für Hunde eignet

Physiotherapeutische und osteopathische Unterstützung: Hündin Rike hat Arthrose. Um fit zu bleiben geht sie regelmäßig auf den Hydrotrainer, das Unterwasserlafuband.Fotos: mtg
 
Claudia Brune massiert ihren Hund Sami.
Raesfeld (mtg). Stella ist neun Jahre alt, war gelähmt, hatte einen Rückenmarksinfarkt und einen Bandscheibenvorfall.

Da sich ihr Rücken immer wieder in eine Schieflage begibt, kommt Halterin Tanja Miunske mit ihrer Französischen Bulldogge regelmäßig aus Duisburg in die Praxis von Tier-Physiotherapeutin Claudia Brune in Raesfeld.

Seit sieben Jahren ist Stella hier in Behandlung. Zunächst bekommt sie eine Massage – im Anschluss geht sie auf das Wasserlaufband.

„Das Gerät füllt sich immer bis zum Bauch der Hunde“, erklärt Brune. „Dadurch, dass die Hunde gegen Wasserwiderstand laufen, kräftigt sich ihre Muskulatur“, meint sie weiter. Französische Bulldoggen sind oft in ihrer Praxis, da die Rasse überzüchtet und somit anfälliger für Atem- und Rückenprobleme ist. Auch Labradore, Golden Retriever, Schäferhunde und Dackel behandelt Claudia Brune häufiger.

Für Hunde eigne sich eine Physiotherapie bei Problemen des Bewegungsapparates wie Lahmheiten, Bandscheibenvorfall oder Blockaden an der Wirbelsäule. Auch nach Operationen von Knochenbrüchen und Kreuzbandrissen kann die Physiotherapie helfen. Angebracht ist eine Behandlung auch bei Gelenk- und Muskelfunktionsstörungen.

Auch Hovawart-Hündin Rike kommt wedelnd mit Halterin Manuela Kauer in die Praxis. Rike leidet unter Arthrose. „Sie liebt das Wasserlaufband – und mit einem Leckerchen ist für sie alles perfekt“, sagt Kauer. Zehn bis zwanzig Minuten dauert eine Einheit auf dem Wasserlaufband. Rike bleibt heute aber nur acht Minuten darauf, weil sie nicht so gut drauf ist. Brune hält sie währenddessen am Geschirr fest, achtet auf ihre Bewegungen. Durch das Glas kann sie sehen, wie Rike läuft. Bevor die Physiotherapeutin die Hunde behandelt, lässt sie die Vierbeiner erst einmal ohne Leine im Raum laufen, um sich ein Bild zu machen.

„Jeder Hund ist anders“, meint sie. Da gibt es die Ängstlichen, die Selbstbewussten aber auch die Aggressiven. Aggressiv sind die Hunde meist dann, wenn sie große Schmerzen haben. Bisher ist bei ihr fast jeder Hund früher oder später gern ins Laufbad gegangen. Die Lautstärke kann sie einstellen.

Einige Tiere haben die Diagnose HD (Hüftgelenksdysplasie), andere haben Altersbeschwerden, Nervenerkrankungen oder Durchblutungsstörungen. Auch in diesem Fall werden die Hunde vom Tierarzt zur Physiotherapie geschickt. Seit 18 Jahren ist Claudia Brune Tier-Physiotherapeutin. Als sie damals das erste Mal davon hörte, dachte sie: „Wie? Das gibt es?“ Schnell war für sie klar, dass sie ihren einst gelernten Beruf als OP-Schwester nicht bis zur Rente durchziehen möchte. Sie sattelte um auf Tier-Physiotherapeutin für Hunde und Pferde.

Hinzu kam eine Ausbildung zur Ernährungsberatung für Hunde, da wie bei Menschen auch bei Tieren mit der richtigen Ernährung viel getan werden kann. Zu ihr und ihrer Kollegin Nicole Tekülve kommen Menschen aus der ganzen Region, um Rat zu suchen. Manchmal reichen schon ein paar Handgriffe aus, um dem Tier zu helfen. So kann bei Beschwerden aber auch präventiv viel getan werden.

Weitere Infos unter Tel. 0173/9018709 und unter www.tierphysio-info.de/.
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