Wie gesund sind unsere Kinder?

Neuer Kinder- und Jugendreport untersucht Behandlungsdaten von rund 110.000 Jungen und Mädchen.
Borken (pd/hie). Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen – in Nordrhein-Westfalen ist mehr als jedes vierte Kind körperlich chronisch krank. Zwischen Stadt- und Landkindern gibt es große Unterschiede. Das zeigt der neue Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit, für den die Krankenkasse Versichertendaten von rund 110.000 Kindern in Nordrhein-Westfalen ausgewertet hat. Laut Studie sind 90 Prozent aller Jungen und Mädchen wenigstens einmal im Jahr beim Arzt oder im Krankenhaus. Und dabei zeigt sich: Bereits Schulkinder leiden vermehrt unter krankhaftem Übergewicht und Rückenschmerzen.

Der Kinder- und Jugendreport wertet 14 verschiedene Erkrankungen aus, die potenziell einen chronischen Verlauf nehmen können. Am häufigsten sind Asthma und Heuschnupfen gefolgt von Neurodermitis und entzündlicher Darmerkrankung. „Das sind Erkrankungen, die den Alltag für Kinder und Eltern erheblich beeinträchtigen können“, betont Klaus Overdiek. In NRW kommen sie häufiger vor als im Bundesdurchschnitt.

Das liegt vor allem an Heuschnupfen (plus 17 Prozent) und Asthma (plus 14 Prozent). Bei Asthma bronchiale führen verengte Bronchien zu rasselnder Atmung. Die Patienten leiden anfallsartig unter Husten und Luftnot. Mehr als 250 DAK-versicherte Kinder in Nordrhein-Westfalen mussten 2016 wegen eines Asthmaanfalls ins Krankenhaus. Asthma-Sprays gehören hier zur fünfthäufigsten Arzneimittelgruppe bei Kindern.

Atemwegserkrankungen stehen insgesamt auf Platz 1 der häufigsten Erkrankungsarten im Kindesalter. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) aller Jungen und Mädchen in NRW leidet mindestens einmal pro Jahr unter

einem grippalen
Infekt oder einer akuten Bronchitis. In der Häufigkeit dahinter folgen Infektionskrankheiten, Augenerkrankungen,
psychische Leiden und Hauterkrankungen. Muskel-Skelett-Probleme wie Rückenschmerzen sind ebenfalls recht häufig. Fast jedes sechste Kind hat wenigstens einmal im Jahr eine entsprechende Diagnose. Ab dem zwölften Lebensjahr ist knapp ein Viertel aller Jungen und Mädchen betroffen.

„Das ist alarmierend“, betont Overdiek, „denn frühe Muskel-Skelett-Probleme können im Erwachsenenalter schwere Rückenleiden nach sich ziehen.“ Ein weiteres Leiden, das mit Bewegungsarmut zusammenhängt, ist krankhaftes Übergewicht. Über alle Altersgruppen hinweg sind knapp vier Prozent betroffen, im Alter zwischen neun und 13 Jahren sechs Prozent.
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