Zucker ist Volksdroge Nr. 1

„Zuckerbombe“ Foto: Wordley Calvo Stock/stock.adobe.com/mhplus/akz-o
Borken (akz-o/hie). Wer hätte das gedacht? 80 Prozent aller Lebensmittel, die in unseren Supermärkten verkauft werden, enthalten mittlerweile Zucker. Kein Wunder also, dass wir diese Droge oft einnehmen, ohne es zu bemerken. So stecken etwa in Kondensmilch (100 ml) satte 54 Gramm von dem Stoff, in einer Portion Fertig-Müsli (60 g) 15 und in einem Glas Rotkohl (700 g) sogar 78. Zum Vergleich: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen seit 2015 eine tägliche Menge von gerade mal 25 Gramm. Das entspricht nur sechs Teelöffeln. Tatsächlich aber schaufeln und schütten wir täglich vier Mal so viel in uns hinein, also 100 Gramm. Dass diese tägliche Überdosis dick macht, Karies verursacht und die Entstehung von Diabetes mellitus Typ 2 fördert, weiß jeder. Neuerdings wird Zuckermissbrauch aber auch mit Alzheimer in Verbindung gebracht. „Ein gestörter Zuckerstoffwechsel gilt als Schlüsselfaktor bei der Entstehung“, erklärt Sascha Brandenburger, Experte für Gesundheitsförderung bei der Krankenkasse mhplus. Deshalb wird Alzheimer von Forschern auch als „Typ 3-Diabetes“ bezeichnet. Weitere Krankheiten, die durch dauerhaft zu viel Zucker ausgelöst oder zumindest befördert werden, sind Verdauungsstörungen, Arteriosklerose, Bluthochdruck, Depressionen und sogar Krebs. Wie die Zusammenhänge bei diesen Leiden im Einzelnen sind, lesen Sie auf www.achtung-zucker.de.

Um eine Trendwende einzuläuten, empfiehlt sich eine Zuckerdiät. Der Effekt: Nach einer solchen Entziehungskur schmecken Naschereien oft viel zu süß, sodass man automatisch zu Lebensmitteln mit natürlichem Zuckergehalt wie Obst greift. Prinzipiell müssen wir dem Körper gar keinen Zucker zuführen. Zwar ist Glukose, also Traubenzucker, ein wichtiger Energielieferant für Gehirn, Organe und Muskeln. Unser Körper kann den Stoff aber aus Kohlenhydraten z. B. in Getreide oder Kartoffeln selbst herstellen. Weniger Zucker bedeutet mehr Wohlbefinden. Menschen, die ihren Zuckerkonsum bewusst reduziert haben, wissen das längst. Sie schwärmen von mehr Energie und besserer Laune.

Menschen mit einer Zucker-Gewöhnung kann man übrigens durchaus als „Zucker-Junkies“ bezeichnen, denn sie zeigen das gesamte Spektrum einer Abhängigkeit: Es kommt zu starkem Verlangen, Heißhunger und Entzugserscheinungen, wenn der „Stoff“ nicht verfügbar ist. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Zucker-Sucht aber keine echte Substanzabhängigkeit, sondern eine reine Gewöhnung. Die sollte man sich schnell abtrainieren. Und zwar zum Wohle der eigenen Gesundheit.
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