Europas größter Klostermarkt

Von nah und fern: Ob Ikonen aus dem weißrussischen Minsk oder Naturseife aus dem bayerischen Allgäu - die Aussteller beim Dalheimer Klostermarkt kommen aus ganz Deutschland und dem europäischen Aus-land. (Foto: LWL/Alexandra Buterus)
 
Seit Jahren dabei: Braumeisterin Schwester Doris von den Mallersdorfer Schwestern schenkt beim Dalheimer Klostermarkt selbstgebrautes Bier aus. (Foto: LWL/Alexandra Buterus)
 
Handwerk erleben: Das vielfältige Rahmenprogramm hält Mitmachaktionen für Kinder sowie Vorführungen historischer Handwerks-techniken bereit. (Foto: LWL/Alexandra Buterus)
 
Lieblingsstück: Bruder Stephan Oppermann aus dem Kloster Maria Laach mag die mit Gold verzierte Vase besonders gerne, denn es ist "ein Objekt, das die Schönheit der Natur tragen darf". (Foto: LWL/Alexandra Buterus)
Lichtenau-Dalheim (pd/hie). Wenn Pater Gerhard sein Kräuterwissen teilt, Braumeisterin Schwester Doris selbstgebrautes Bier ausschenkt, Schwester Laetitia ihre Konfitüren probieren lässt, Pater Werner Geheimnisse aus der Klosterküche verrät und ganz Westfalen sich im Kloster Dalheim (Kreis Paderborn) trifft, dann ist es wieder Zeit für Europas größten Klostermarkt.

Am Wochenende, 25. und 26. August, kommen Ordensschwestern und -brüder aus rund 40 Abteien, Stiften und Klöstern in Österreich, Tschechien, Weißrussland und dem gesamten Bundesgebiet in das westfälische Kloster Dalheim, heute Stiftung Kloster Dalheim. LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, um auf dem weitläufigen Klostergelände ihre Waren anzubieten. Ordensgemeinschaften aus der Region sind ebenso vertreten wie prominente Standorte aus ganz Deutschland und Europa. Jeweils von 10 bis 18 Uhr zeigen sie, was in ihren Küchen, Kellern und Werkstätten in liebevoller Handarbeit an wertvollen Produkten entsteht.

"Der Klostermarkt gibt den Besuchern die Gelegenheit, die Vielfalt klösterlicher Kultur zu entdecken. Hier können Sie die Traditionen der Klöster sehen, hören, schmecken, anfassen und mit den Ordensleuten ins Gespräch kommen", erläutert die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) und Vorsitzende des Vorstandes der Stiftung Kloster Dalheim, Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, bei der Vorstellung des Klostermarktprogramms. "Das Kloster Dalheim wird damit zu einem lebendigen Ort der Klosterkultur."

Ob Keramikwaren der Abtei Maria Laach, Kräuterkissen der Jakobusschwestern aus Paderborn, Weihrauch des deutsch-orthodoxen Dreifaltigkeitsklosters Buchhagen, Ikonen aus einem Klos-ter im weißrussischen Minsk, Fairhandel-Produkte aus der Abtei Münsterschwarzach, Marmeladen des Bergklosters in Bestwig, Käsestangen der Augustiner-Chorherren aus dem österreichischen Stift St. Florian oder Holz- und Lederarbeiten der Schwestern von Maria Stella Matutina aus Telgte: "Das Warenangebot auf dem Dalheimer Klostermarkt ist ebenso vielfältig wie die vertretenen Ordensgemeinschaften", freut sich Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky. "Dabei stehen die Erzeugnisse, ganz in der Tradition der Klöster, für außergewöhnliche Qualität, Reinheit und Naturnähe."


Authentische Plattform klösterlicher Lebenskultur
Die Stiftung Kloster Dalheim kann sich auch zum 17. Klostermarkt wieder über die zahlreichen Anmeldungen unterschiedlichster Ordensgemeinschaften freuen: "Die rund 40 Ordensgemeinschaften entsenden über 200 Vertreterinnen und Vertreter nach Dalheim", berichtet Organisatorin Marianne Rosar. Sie garantieren die Vielfalt und Lebendigkeit des Marktes und machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis. "Viele der Ordensgemeinschaften sind Stammgäste in Dalheim und schon seit dem ersten Klostermarkt 2002 dabei. Für sie ist der Markt eine Gelegenheit, ihr klösterliches Leben authentisch zu präsentieren und ein beliebter jährlicher Treff-punkt", erklärt Rosar weiter.

Vor 17 Jahren - noch vor der Eröffnung des Museums in der bestehenden Form 2010 - als klei-ne Veranstaltung mit nur wenigen Verkaufsständen angefangen, verteilt sich der Dalheimer Klostermarkt heute mit über 300 Metern Standfläche über das weitläufige Klostergelände. "Das erfolgreiche Konzept des Klostermarktes, das hinter Klostermauern stattfindende Leben der Ordensgemeinschaften erlebbar zu machen, war auch eine Inspiration für die Museumsarbeit hier am Ort", so Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.

In den letzten Jahren haben immer neue Ordensgemeinschaften ihren Weg nach Dalheim gefunden. Neu oder wieder dabei sind 2018 u.a. das Stift Klosterneuburg aus Österreich, der Förderverein des Klosters Bredelar sowie das Christliche Bildungswerk "Die Hegge". Dabei kommen die Ordensleute aus immer weiter entfernten Klöstern: wie z.B. die Schwestern aus dem 760 Kilometer entfernten Brünn in Tschechien - ebenfalls neu beim Dalheimer Klostermarkt - oder die Schwestern aus dem Kloster der Heiligen Elisabeth im weißrussischen Minsk, die mit 1.500 Kilometern die weiteste Anreise haben.


Echte Geheimtipps
Unter den Waren aus klösterlichen Weinkellern, Brauereien und Brennereien, Klosterwerkstätten und -ateliers befinden sich immer wieder echte Geheimtipps: die Schaffelle und Wolldecken aus eigener Produktion der Abtei Königsmünster, die Zucchini-Spezialitäten der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut Neuenbeken, der Holunderblütensirup der deutsch-orthodoxen Mönchsgemeinschaft aus Buchhagen oder das kulinarische Angebot der Chorherren vom Stift Klosterneuburg.
Beliebt sind auch die zahlreichen Produkte der Abtei Maria Laach. In der eigenen Gärtnerei, Kunstschmiede, Bildhauerei und Keramikmanufaktur stellen die etwa 50 Benediktinermönche allerlei wertvolle Klosterschätze her. Seit 2015 bereichern sie den Dalheimer Markt mit ihrem vielfätligen Warenangebot.


Gutes aus Klostergärten und -apotheken
Besucher erfreuen sich insbesondere an den Produkten aus den Klostergärten und -apotheken: Tees und Tinkturen in der Tradition der Klosterheilkunde nach Hildegard von Bingen bringen die Schwestern von St. Hildegard aus Rüdesheim mit nach Dalheim. Auch die Kräutervorträge von Pater Gerhard, der an beiden Tagen sein Wissen mit den Besuchern teilt, sind echte Fundgruben für Gartenfreunde. Aus seinem Garten im Brunnenhof, einer Filiatur der Abtei St. Severin im oberschwäbischen Ebenweiler, stammen Hausmittel wie der Insektenschutz "Mücke adé" oder die "Bier-Schampoo-Seife". Die Jakobusschwestern aus Paderborn bieten Kräuterkissen an. Salben und Cremes sind ebenso zu bekommen wie Marmeladen, Chutneys oder Liköre. "Die Ordensleute sind die Seele des Marktes", schwärmt Dr. Ingo Grabowsky, der sich gemeinsam mit Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger bei ihnen für die Mühen bedankt.


Begegnungen
Auch in diesem Jahr bereichern die Ordensleute das Marktprogramm mit vielen Beiträgen: Pater Gerhard bietet wieder Kräutervorträge durch die Dalheimer Gärten an. Das City-Kloster Bielefeld lädt zu Kaffee sowie dem jährlichen Gesprächsangebot ein. Beim Bücherflohmarkt des Deutschen Orthodoxen Dreifaltigkeitsklosters Buchhagen können die Besucher literarische Schätze durchstöbern und Bruder Stephan Oppermann aus der Abtei Maria Laach überrascht mit großformatigen Skulpturen aus Massivholz, die für einen Blickfang auf dem Klostergelände sorgen. Die 60 Zentimeter hohen "Sucher", so der Titel der Objekte, thematisieren die persönliche Suche im Leben.


Erneut mit ökumenischem Gottesdienst
"Nach der positiven Resonanz im vergangenen Jahr freuen wir uns, auch 2018 wieder einen ökumenischen Gottesdienst ausrichten zu können", sagt Dr. Ingo Grabowsky. Bruder Martin Lütticke OFM, Pastor im Pastoralen Raum Dortmund-Mitte und Hausoberer im Franziskanerkloster Dortmund, und Pfarrerin Marit Günther, Beauftragte der Evangelischen Kirche von Westfalen für den 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag, gestalten den gemeinsamen Gottes-dienst am Samstag um 17 Uhr in der Klosterkirche. "Der Klostermarkt ist ein schöner Anlass, verschiedene Konfessionen zusammenzubringen und gemeinsam die Spiritualität zu erleben", so Grabowsky weiter. Der Bläserkreis der Universität Paderborn begleitet die Feier musikalisch. Bruder Stephan fertigt den Blumenschmuck für die Kirche an, der dem Motto "Zentrale Mitte - meine Mitte" folgt.


Rahmenprogramm
Zum Rahmenprogramm des Klostermarkts gehören Vorführungen historischer Handwerkstechniken wie z.B. Grünholzdrechseln oder Weben am historischen Webstuhl. Klostermühle, -brauerei, -brennerei und -schmiede sind ebenfalls in Betrieb, am Sonntag zusätzlich die Stellmacherei.

Bei verschiedenen Mitmachaktionen haben Kinder die Möglichkeit, auch einmal selbst Hand anzulegen: Bunte Taschen, Handtücher und Turnbeutel entstehen beim Indigo-Färben in der Weberei. Im Streichelzoo können die kleinsten Besucher nicht nur den Tieren ganz nah kommen, sondern auch eigene Handarbeiten aus Filz anfertigen (Materialkosten je nach Verbrauch vor Ort). Der Klosterspielplatz lädt mit einer Seilbahn, Wippe und Holzkegelbahn zum Toben und Verweilen ein.

Mit Mariengesängen aus dem 14. bis 21. Jahrhundert gibt das A-cappella-Ensemble "Triofiore" am Sonntag um 13 und 15 Uhr Konzerte in der Klosterkirche. Die Alphornbläsergruppe Weser-bergland sorgt für musikalische Unterhaltung auf dem Marktgelände.

Im Eintrittspreis zum Markt enthalten ist auch der Besuch des LWL-Landesmuseums für Klosterkultur, das an beiden Tagen kostenlose Führungen durch die Klosteranlage, die Klostergärten und die Dauerausstellung anbietet.


Eintrittspreise
Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Kinder/Jugendliche bis 17 Jahre 2,20 Euro, Familien 13 Euro

Das Klosterwirtshaus ist, anders als im regulären Museumsbetrieb, während des Klostermarktes nicht frei zugänglich. Der Zugang zum ökumenischen Gottesdienst am Samstag, 17 Uhr, und der Heiligen Messe am Sonntag, 10.30 Uhr, ist frei.

Hunde sind angeleint auf dem gesamten Klostergelände erlaubt - nicht erlaubt sind Hunde
im Museum.Weitere Informationen unter Telefon 05292 9319-0.
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