Max und Moritz Rhede: Spielzeug im Dritten Reich

Eva Gutersohn zeigt in ihrer neuen Ausstellung Spielzeug aus der Nazi-Zeit. Foto: max und moritz
Rhede (pd/dd). „Oh, welche Lust, Soldat zu sein“, soheißt die neue Sonderaussstellung im Spielzeugmuseum Max und Moritz. Gezeigt wird Kinderspielzeug und Informatives aus dem Dritten Reich. Eva Gutersohn, Inhaberin des Spielzeugmuseums, verdeutlicht in einer Ankündigung zur Ausstellung: „Mir war es ein Bedürfnis, vor dem Jahrestag zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September vor 80 Jahren zu zeigen, wie das nationalsozialistische Regime versuchte, selbst die Kleinen für seine Zwecke zu gewinnen. Die Propaganda begann bereits im Kinderzimmer.“

Selbst die Mädchen und Jungen, kaum dem Kindergarten entwachsen, wurden vereinnahmt, wie die Rhederin von Jahrgang 1942 im Spielzeugmuseum in Rhede eindrucksvoll dokumentiert. Gutersohn hat die meisten Ausstellungsstücke aus ihrem unerschöpflichen Repertoire zusammengestellt.

Die Jungen und Mädchen ließen sich damals begeistern, führt sie aus – mit Uniformen, Wettkampf-, Gesellschaftsspielen und durch das Umfeld. „Sie wurden mit den Machtmitteln von Staat und Partei dazu gezwungen“, sagt Eva Gutersohn, „selbst wenn sich die Eltern gegen eine Partei-Mitgliedschaft stellten.“ Die seien einfach machtlos gewesen. Auch, weil die Kinder sich vom Umfeld begeistern ließen – von Spielkameraden, von der allgemeinen Stimmung, zum Teil von Zwängen in Schulen.

Eva Gutersohn hofft, dass nach den Sommerferien vor allem Schulklassen die Ausstellung nutzen, um sich über den scheinbar spielerischen Umgang der Nazis mit Kindern zu informieren. „Sie können anschaulich erfahren, wie in der damaligen schlimmen Zeit schon die Kinder in die Propagandamaschinerie des Hitler-Regimes eingebunden wurden.“
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