Pontifikalamt mit Weihbischof Dr. Michael Gerber

KNA (Foto: KNA)
Am 16. September um 14 Uhr wird Weihbischof Dr. Michael Gerber aus Freiburg, der bereits 2016 zum Fest der Begegnung in der Schönstatt-Au war und Mitglied des Schönstatt-Instituts Diözesanpriester ist, aus Anlass des 50. Todestages von Pater Josef Kentenich, dem Gründer der internationalen Schönstattbewegung, einen festlichen Gedenkgottesdienst in der Verkündigungskirche in Borken feiern. Für die festliche musikalische Gestaltung sorgen ein Projektchor mit Sängerinnen aus verschiedenen Borkener Chören, Instrumentalisten und Stephan Lemanski an der Orgel. Anschließend lädt die Schönstatt-Bewegung alle Mitfeiernden zur Begegnung beim Nachmittagskaffee ein.

Die Schönstätter Marienschwestern sprachen mit Weihbischof Gerber über Pater Josef Kentenich.

Interview mit Weihbischof Dr. Michael Gerber

Herr Weihbischof Gerber, seit Ihrer Jugend engagieren Sie sich in der Schönstattbewegung und gehören seit Ihrem Studium zur internationalen Priestergemeinschaft, Schönstatt-Institut Diözesanpriester. Sie selbst sind erst nach dem Todesjahr Pater Kentenichs geboren.

Welche Bedeutung hat dieses Gedenken heute für Sie?
50 Jahre nach dem Tod von Pater Kentenich hat definitiv die Generation Verantwortung übernommen, die den Gründer nicht mehr persönlich erlebt hat. Zugleich sind wir zeitgeschichtlich in einer völlig anderen Epoche als noch 1968. Damit stellt sich neu die Frage, wie geht das Leben einer Bewegung authentisch weiter und wie ist zugleich das, was die Bewegung tut, tatsächlich ein relevanter Beitrag für Fragen der Gegenwart?

Wenn Sie an das Leben und Wirken des Gründers denken, wie hat es Sie geprägt und was ist der stärkste Eindruck für Sie?
Ich gehöre auch zu denen, die Pater Kentenich nicht mehr persönlich erlebt haben, aber mich beeindruckt die Wirkung dessen, was er angestoßen hat. So bin ich seit gut 35 Jahren in der Jugendarbeit der Schönstattbewegung engagiert. Mich fasziniert weiterhin, welche Persönlichkeiten in diesem Kontext heranreifen, die auch gegenwärtig sehr viel Verantwortung in Gesellschaft und Kirche übernehmen.

Welche Botschaft hat Ihrer Meinung nach die Person Pater Kentenichs für den Menschen in der Welt von heute?
Unsere Gesellschaft heute ist in einem bislang ungekannten Maße globalisiert. Menschen sind herausgefordert, immer wieder neu Entscheidungen zu treffen, sich mit unterschiedlichsten Weltanschauungen auseinander zu setzen, sich dazu zu positionieren. Als Kirche stehen wir vor der Herausforderung, authentische Wege des Christseins zu gehen, welche diese Gesellschaft und die durch sie geprägten Persönlichkeiten ernst nimmt. Pater Kentenich zeigt pädagogische und spirituelle Wege auf, wie Menschen zu eigenständigen, authentischen Persönlichkeiten werden, die selbstständig und selbsttätig (zwei typische Kentenich-Worte) Entscheidungen treffen.


Was erhoffen Sie sich vom Kentenich-Gedenkjahr für Kirche und Gesellschaft?
Pater Kentenich hat sich der jeweiligen gesellschaftlichen Realität gestellt. Bereits vor der „Machtergreifung“ 1933 hat er u.a. dem damaligen Bischof von Münster deutlich gesagt, dass es keine Zusammenarbeit mit dem Nationalsozialismus geben kann. Später hat er die Konfrontation nicht gescheut und diese mit jahrelanger Lagerhaft bezahlt. Er hat Menschen ermutigt, sich den Gegenwartsfragen zu stellen, sich nicht zurück zu ziehen, sondern nach Antworten zu suchen, die der Komplexität dieser Fragen gerecht werden. Genau das braucht es heute, angesichts der großen Verunsicherung, die um sich greift. Pater Kentenich wusste sich bei diesen Herausforderungen getragen von einem tiefen Glauben.

Welches Wort Ihres Gründers würden Sie uns heute gerne mit auf unseren Weg geben?
Liebende sind Menschen, die niemals von ihrer Liebe lassen.
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