"Tag des offenen Denkmals" am 9. September in ganz Westfalen

Die Zufahrt zum Tunnel: Die Spuren des Eisenbahnbaus in Willebadessen sind auch nach 170 Jahren noch gut sichtbar. (Foto: Foto: C. Howe)
 
Archäologische Untersuchungen finden um das Jesuitenkloster in Coesfeld statt (Foto: Foto: archaeologie.de)
 
Der Berg der Wallburg in Bad Berleburg-Aue (Hintergrund) ist eine klare Landmarke im Edertal. (Foto: Foto: LWL/M. Zeiler)
Westfalen (pd/hie). "Entdecken, was uns verbindet" lautet in diesem Jahr das Motto des bundesweiten Tages des offenen Denkmals, koordiniert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Auch die Archäologen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) beteiligen sich am Sonntag, 9. September, mit ihren Museen und einigen Ausgrabungen an diesem Tag und laden Interessierte zu besonderen Angeboten an.

In die Steinzeit geht es bei einem Vortrag zur Blätterhöhle in Hagen. Die in der engen Höhle entdeckten Menschenreste sind bis zu 11.200 Jahre alt und von großer Bedeutung für die archäologische Forschung. Die Ausgräber erläutern anschaulich das in der Vergangenheit von der Stadt Hagen und der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Ausgrabungsprojekt, den Forschungsstand, Funde und die aktuelle Grabung der LWL-Archäologie für Westfalen. Der Vortrag beginnt um 12.30 Uhr. Im Anschluss findet ein Gewinnspiel statt, bei der eine teilnahmebeschränkte Besichtigung der Blätterhöhlen-Grabung auf dem kleinen Vorplatz der Höhle ausgelost wird. Vortrag und Gewinnspiel sind Teil des Programms "Archäologie verbindet: Hagen mit Europa", das ab 11 Uhr im Museum Wasserschloss Werdringen stattfindet.

Um 11 und 12 Uhr bietet das Grabungsteam in Heek-Nienborg (Kreis Borken) Führungen durch die derzeitige Ausgrabung an. Bei dem Fundplatz handelt es sich um eine eisenzeitliche Siedlung, die bislang in mehreren Probegrabungen nachgewiesen werden konnte. Die Archäologen erläutern die im Boden zu sehenden Gebäudespuren sowie aktuelle Grabungsbefunde und zeigen 2.000 Jahre alte Funde wie zum Beispiel Keramikscherben. Interessierte treffen sich am Firmen-Parkplatz Weberstraße Ecke Eper Straße 45.

Die keltenzeitliche Wallburg "Alte Burg Aue" bei Bad Berleburg-Aue (Kreis Siegen-Wittgenstein) stellen Archäologen zusammen mit dem Wittgensteiner Heimatverein e.V., dem Heimat- und Touristikverein Aue-Wingeshausen e.V. in Kooperation mit der Wittgenstein-Berleburg´schen Rentkammer vor. Von 13 bis 17 Uhr veranschaulichen Führungen die aktuellen archäologischen Forschungen. Darüber hinaus wird eine neue Broschüre vorgestellt, die auch vor Ort verkauft wird. Es gibt Kaffee und Kuchen. Der Startpunkt der Rundgänge ist auf dem Berg an der Schutzhütte, hier hängen die Führungszeiten aus. Eine Haltemöglichkeit befindet sich zwischen Bad Berleburg-Aue und Erndtebrück auf der Bergkuppe. Der Fußweg bis zur Schutzhütte ist von dort ausgeschildert.

Führungen bieten auch die Archäologen in Coesfeld an. Durch die Grabungen im Zuge des Projekts "Berkelstadt Coesfeld" an der Bernhard-von-Galen-Straße haben Archäologen neben den Resten eines Jesuitenklosters aus dem 17. Jahrhundert auch Besiedlungspuren unter der heutigen Straße dokumentiert, die bis in das 12. Jahrhundert zurückreichen. Die Ausgräber geben anhand von Funden, Fotos und Plänen Einblick in die archäologischen Untersuchungen. Treffpunkt ist der Brunnen am Marktplatz. Die Führungen starten um 11, 12, 14 und 15 Uhr. Eine Anmeldung bei der Stadt Coesfeld wird erbeten (Tel.: 02541 9391308 oder E-Mail: martin.richter@coesfeld.de).

Noch weiter in die Neuzeit geht es in Willebadessen (Kreis Höxter) mit zwei Führungen über das Gelände der "Alten Eisenbahn", einer nie vollendeten Tunnelbaustelle aus dem 19. Jahrhundert. Das Kooperationsprojekt mit der Universität Kiel erforscht die im Wald verborgenen Spuren und die Reste der Werksgebäude. In diesem Jahr gruben die Archäologen die zugehörige Schmiede aus. Die aktuellen Ergebnisse der Untersuchungen stellen sie jeweils um 11 und 15 Uhr vor. Treffpunkt ist der Wanderparkplatz "Alte Eisenbahn" an der L763 (Fölsener Straße)/Ecke Eggeweg.

Im LWL-Museum für Archäologie in Herne ist am Tag des offenen Denkmals der Eintritt frei.
Um 14 Uhr gibt die Führung "gesucht. gefunden. ausgegraben" Einblicke in die Dauerausstellung. Diese geht den Spuren der Menschen in Westfalen von ihrem ersten Auftreten bis heute nach. Um 15 Uhr öffnet der "Fundort Grabungscamp" seine Mitmachausgrabung auf dem Außengelände des Museums. Hier können sich alle Interessierten unter fachkundiger Anleitung mit Kelle, Pinsel und Vermessungsinstrumenten als Archäologen ausprobieren. Wer die Sonderausstellung "Irrtümer & Fälschungen" noch erleben möchte, hat am Tag des offenen Denkmals die letzte Chance. Die Schau geht nach viereinhalb monatiger Ausstellungsdauer zu Ende. Um 16 Uhr startet eine öffentliche Führung durch die Sonderausstellung, die populäre, aber überholte Thesen zu vergangenen Epochen korrigiert und spektakuläre Betrugsfälle der Archäologie aufdeckt.

Wie "Vor Ort in Aliso" nach antiker Tradition gebaut wurde, zeigt eine Führung um 11 Uhr im LWL-Römermuseum in Haltern und auf der Römerbaustelle. Dieses Angebot ist für Erwachsene und Kinder ab acht Jahren. Um 14 Uhr lädt ein weiterer Rundgang im Museum dazu ein, die "Handwerker der Legion" kennenzulernen. Metall-, Holz-, Leder- und Bauhandwerk, Medizin und Töpferei stehen dabei im Fokus. Diese Führung ist für Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren. Von 15 bis 17 Uhr lädt die Mitmach-Baustelle "Hier baut Rom" Besucher ab dem Grundschulalter dazu ein, die Ärmel aufzukrempeln und selbst aktiv zu werden. Das Museum bittet Eltern darum, ihre Kinder auf den Experimentier-Stationen selbst zu beaufsichtigen. Der Eintritt ins Museum ist an diesem Tag frei.

Der Eintritt ins LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn am Tag des offenen Denkmals ist ebenfalls frei. Eine Sonderführung um 15 Uhr steht unter dem Titel "Europa zu Gast im Palast". Die Teilnehmenden begeben sich auf europäische Spurensuche in der Paderborner "Karlsburg". Als eine von zahlreichen Stützpunkten Karls des Großen spielten sich hier seit dem 8. Jahrhundert nicht nur westfälische, sondern welthistorische Ereignisse ab, wenn Gesandte, Bischöfe und sogar der Papst zu Gast waren. Wie prägten diese Ereignisse und der Kontakt in alle Winkel Europas das Alltagsleben der Menschen damals wie heute? - Das können Familien mit Kindern ab zehn Jahren bei der Führung entdecken.

Die Führungen auf den Grabungen sind nur bedingt barrierefrei. Feste Schuhe werden empfohlen.
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