Regionales

Leichte Erholung auf dem Ausbildungsmarkt

Freitag, 27. August 2021 - 08:00 Uhr

von Ruth Meyer

Foto: Phovoir

Ausbildung sichert zukünftige Fachkräfte. Foto: colourbox

Münsterland/Emscher-Lippe-Region (pd/rm). Auf dem Ausbildungsmarkt ist nach Einschätzung der IHK Nord Westfalen in diesem Jahr eine leichte Erholung spürbar. Drei Tage vor dem Start des offiziellen Ausbildungsjahres am 1. August lagen der IHK 6.750 neue Ausbildungsverträge vor – fast fünf Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. „Wenn sich der Trend bestätigt, wird zum Jahresende der Rückgang im Corona-Jahr 2020 zum Teil kompensiert sein“, prognostiziert der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jochen Grütters und stellt fest: „Ausbildung als Instrument der Fachkräftesicherung steht unvermindert im Fokus der Unternehmen.“

Die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse ist 2020 gegenüber dem Vorjahr von 9.609 auf 8.491 gesunken. „Es wird wohl auch noch einige Zeit brauchen, bis wir das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht haben“, erwartet Grütters. Denn trotz Lockerungen nach dem zweiten Lockdown sei es für Unternehmen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region nach wie vor schwierig, geeignete Bewerberinnen und Bewerber für ihre Ausbildungsplätze zu finden.

Den jungen Menschen, die im Sommer 2021 die Schulen verlassen haben, fehlt insbesondere die systematische Berufsorientierung“, erläutert Grütters. Unternehmen konnten auch deshalb viele Ausbildungsplätze bislang noch nicht besetzen. Das eröffne Jugendlichen große Chancen, noch in diesem Jahr eine attraktive Ausbildung mit guten Perspektiven zu finden, ist Grütters überzeugt. „Es lohnt sich auf alle Fälle, jetzt noch Bewerbungen abzugeben“, ermuntert er Ausbildungssuchende. Die meisten Unternehmen seien bereit, auch in den nächsten Wochen noch Nachwuchskräfte einzustellen, selbst wenn dann der Berufsstart erst im Oktober erfolgt. An die Unternehmen appelliert Grütters, ihr Ausbildungsangebot weiterhin aufrechtzuerhalten. Auch wenn junge Menschen mit dem Eintritt ins Berufsleben noch zögerten, sollten sie eine Chance auf Ausbildung bekommen. Ausbildung bleibe die beste Antwort auf den Fachkräftemangel.

Grütters kündigt an, dass die IHK Nord Westfalen Unternehmen und Ausbildungssuchende in den nächsten Wochen weiterhin intensiv dabei unterstützen werde, damit sie zueinander finden. In den vergangenen Monaten hatte die IHK bereits Projekte wie „Ausbildungsbotschafter“ auf digitale Formate umgestellt, um Berufsorientierung in der Corona-Zeit zu ermöglichen.