Garten

Besser kein Herbstschnitt

02.10.2026

Auch aus gestalterischer Sicht empfehlen Landschaftsgärtner*innen, Gräser und Stauden bis ins nächste Jahr stehen zu lassen. Sie verlieren zwar ihre Farbe, aber ihre Form behalten sie zumeist und sind damit wichtige Strukturgeber während der kalten Jahreszeit. Foto: BGL

Auch aus gestalterischer Sicht empfehlen Landschaftsgärtner*innen, Gräser und Stauden bis ins nächste Jahr stehen zu lassen. Sie verlieren zwar ihre Farbe, aber ihre Form behalten sie zumeist und sind damit wichtige Strukturgeber während der kalten Jahreszeit. Foto: BGL

Münsterland. Im Herbst kommt die Schere raus, der Garten wird winterfertig gemacht: Die Gräser und Stauden werden ordentlich bis kurz über dem Boden abgeschnitten. Das Beet muss schließlich akkurat und aufgeräumt aussehen. Außerdem brauchen die Gewächse, die im nächsten Frühjahr wieder austreiben, ja auch Platz - und den kann man doch durchaus schon vor dem Winter geben ... oder?

„Bitte nicht!“ betont Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Aus mehreren Gründen raten wir davon ab, im Herbst einen radikalen Rückschnitt vorzunehmen. Zum einen bilden die vertrockneten und abgestorbenen Pflanzenteile einen idealen Schutz des Wurzelbereichs vor Frost und Nässe, zum anderen sind sie wichtig für viele Tiere.“ In den hohlen Stängeln finden Insekten überlebenswichtige Orte für ihre Überwinterung oder für die Eiablage. Diese wiederum dienen hier überwinternden Vögeln als Nahrung, ebenso die Samen in den vertrockneten Blüten. Auf dem Boden suchen Kleintiere unter den zusammengesackten Stängeln und Blättern frostfreie Rückzugsmöglichkeiten.

Und auch aus gestalterischer Sicht empfehlen Landschaftsgärtner, die Gräser und Stauden bis ins nächste Jahr stehen zu lassen. „Sie verlieren zwar ihre Farbe, aber ihre Form behalten sie zumeist“, betont Dr. Michael Henze. „Damit sind sie wichtige Strukturgeber im winterlichen Garten und sehen von Raureif bedeckt und Schnee berieselt einfach zauberhaft aus.“ Dasselbe gilt übrigens für die vertrockneten Blütenstände von Hortensien. Auch bei diesen beliebten Sträuchern sollte man erst im Frühjahr aktiv werden, denn die alten Dolden schützen die neu angelegten Knospen vor Kälte und Frost.