Garten

Der Garten wird wild

20.04.2026

Vielfalt zählt: Ein Gartenteich kann wertvolle Lebensräume bieten,Foto: Freepik

Vielfalt zählt: Ein Gartenteich kann wertvolle Lebensräume bieten,Foto: Freepik

© MICHAELA ZOLAKOVA

Münsterland, Ein naturnaher Garten bietet weit mehr als schöne Beete und gepflegte Rasenflächen. Er schafft Lebensräume für Tiere, stärkt die Artenvielfalt und sorgt zugleich für ein lebendiges Gleichgewicht im eigenen Grün. Gerade unscheinbare Gartenbewohner wie Spinnen, Asseln, Ohrwürmer oder Weberknechte übernehmen dabei wichtige Aufgaben: Sie helfen beim Abbau von organischem Material, verbessern den Boden und dienen anderen Tieren als Nahrung.

Wichtig ist vor allem, im Garten nicht überall für Ordnung zu sorgen. Wer Stauden über den Winter stehen lässt, Totholz und Laubhaufen liegen lässt oder wilde Ecken zulässt, schafft Rückzugsorte für zahlreiche Tiere. Solche Strukturen bieten Schutz und Nahrung für Igel, Käferlarven, Insekten und viele weitere Gartenbewohner. Auch dichter Bewuchs, Hecken und seltener gemähte Rasenflächen tragen dazu bei, dass kleine Tiere feuchte und geschützte Bereiche finden.

Besonders wertvoll sind heimische Pflanzen. Wildstauden, Kräuter, Sträucher und andere standortgerechte Arten liefern Pollen und Nektar für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Bestäuber. Wer auf eine lange Blühzeit achtet, sorgt dafür, dass vom Frühjahr bis in den Herbst Nahrung vorhanden ist. Gleichzeitig profitieren davon auch Vögel, Libellen und Fledermäuse, die auf eine intakte Insektenwelt angewiesen sind.

Neben den Pflanzen spielen Wasserstellen eine wichtige Rolle. Flache Schalen mit Wasser und einer Ausstiegshilfe aus Stein oder Holz helfen Insekten und Vögeln besonders in trockenen Sommern. Auch ein Gartenteich kann wertvolle Lebensräume bieten, wenn er flache Uferzonen und dichten Bewuchs erhält. So entstehen geschützte Bereiche für Libellenlarven und andere Wasserbewohner. Auf Pestizide und Torf sollte im naturnahen Garten verzichtet werden. Chemische Mittel treffen nicht nur vermeintliche Schädlinge, sondern auch zahlreiche Nützlinge, die für das ökologische Gleichgewicht gebraucht werden. Torf belastet zudem Moore und Klima, weil bei seinem Abbau wertvolle Ökosysteme zerstört und große Mengen Kohlendioxid freigesetzt werden. Besser sind eigener Kompost und torffreie Erde. Je vielfältiger ein Garten aufgebaut ist, desto besser kann er Tiere unterstützen. Totholzhaufen, Kompost, Steinmauern, Sandflächen, Hecken mit heimischen Gehölzen und ungestörte Ecken schaffen unterschiedliche Lebensräume auf kleinem Raum. So wird aus dem Garten ein abwechslungsreicher Naturraum, in dem Pflanzen und Tiere voneinander profitieren.