Garten

Nützliche Schutzschicht

06.10.2026

Herbstlaub übernimmt in der Natur eine sehr wichtige Aufgabe. Foto: BGL

Herbstlaub übernimmt in der Natur eine sehr wichtige Aufgabe. Foto: BGL

Münsterland. Laub ist nicht nur schön, sondern auch überaus nützlich. Trotzdem wird Falllaub häufig gleichgesetzt mit lästiger Arbeit. „Tatsächlich lässt sich nicht von der Hand weisen, dass auch im Herbst an einigen Stellen auf dem Grundstück zur Tat geschritten werden sollte“, betont Uschi App vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau.

Wo die Blätter weichen müssen

Auf Gehwegen und der Terrasse ist es wichtig, die Blätter vom Boden zu entfernen, denn in Kombination mit Feuchtigkeit können sie zur Rutschgefahr werden. Außerdem hinterlassen sie auf Dauer bei einigen Materialien unschöne Flecken. Wichtig ist zudem die Reinigung der Dachrinnen - am Haus, der Garage oder auch beim Gewächshaus im Garten, damit der Regen weiter abgeleitet werden kann. Überwintern Pflanzen im Glashaus, sollte auch das Dach von Staub und Laub befreit werden, damit ausreichend Licht ins Innere gelangen kann. Gleiches gilt für die Rasenfläche: Auch die Grashalme brauchen Licht und Luft. Sonst kommt es zu Mangelerscheinungen und Pilzbefall aufgrund der Feuchtigkeit, die sich unter den Blättern staut. „Bei einem Gartenteich mit Fischbesatz ist es ratsam, das Laub aus dem Wasser zu entfernen. Denn am Teichgrund zersetzen Mikroorganismen es zu Faulschlamm, der wichtigen Sauerstoff bindet und zugleich schädliches Gas wie Schwefelwasserstoff freisetzt“, so Uschi App.

Wo die Blätter wirken dürfen

Doch nur, weil das Laub an einer Stelle unerwünscht ist, muss es nicht auch direkt auf dem Kompost oder gar in der Biotonne landen. Die Natur produziert keinen Müll! Alles befindet sich in einem Kreislauf - auch die Blätter der Bäume. „Fällt das Laub im Herbst von den Bäumen, legt es sich als schützende, natürliche Mulchschicht um die niedrigeren Pflanzen. Dort hält es die Feuchtigkeit im Boden und schützt den Wurzelbereich während der kalten Jahreszeit vor Strahlungsfrösten“, erklärt Uschi App. „Außerdem bietet es Rückzugsort sowie Nahrung für verschiedene Kleintiere, auch zahlreiche Mikroorganismen im Boden zehren vom Laub. Sie zersetzen es nach und nach zu wertvollem Humus mit wichtigen Nährstoffen. Das Laub wird also letztendlich zu einem natürlichen Dünger für die Pflanzen im Garten.“ In Beeten können die herabgefallenen Blätter also entspannt liegen gelassen werden, und das von Wegen und Rasen aufgesammelte Laub bietet sich wunderbar als schützende Decke für die anderen Gewächse im Garten an. Vor allem Arten, deren natürlicher Lebensraum im Wald oder am Waldrand ist, nehmen eine solche Mulchschicht dankend an.