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„Der Fall Richard Jewell“ ab 19. März im Kino

Freitag, 13. März 2020 - 09:00 Uhr

von Claudia Hieby

Foto: CLAIRE FOLGER

Wachmann Richard Jewell (Paul Walter Hauser) wird zunächst als Held gefeiert, doch schon bald dreht sich das Blatt. Foto: Warner Bros.

Borken (hie). Inszeniert von Clint Eastwood und auf wahren Ereignissen basierend, ist „Der Fall Richard Jewell“ eine Geschichte darüber, was passiert, wenn die berichteten Sachverhalte die Wahrheit verschleiern:

Während der Olympischen Spiele von Atlanta im Jahr 1996 alarmiert Wachmann Richard Jewell (Paul Walter Hauser) die Behörden mit den Worten „Da ist eine Bombe im Cenennial Park. Ihr habt noch 30 Minuten.“ Er hilft bei der Evakuierung und wird daraufhin als Held gefeiert, denn sein schnelles Handeln hat unzählige Leben gerettet. Aber nur wenige Tage später nimmt sein Leben eine komplette Wendung: Der Möchtegern-Gesetzeshüter gerät ins Visier des FBI und wird verdächtigt, die Bombe selbst gelegt zu haben, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Ein gefundenes Fressen für Journalisten wie die übereifrige Kathy Scruggs (Olivia Wilde) und die Öffentlichkeit, die Jewells Leben in kürzester Zeit zur Hölle machen…. Unerschütterlich an seiner Unschuld festhaltend, sucht Jewell Hilfe bei dem unabhängigen Anti-Establishment-Anwalt Watson Bryant (Sam Rockwell). Doch Bryant sieht sich der vereinten Gewalt von FBI, Georgia Bureau of Investigation und Atlanta Police Department nicht gewachsen, den Namen seines Klienten reinzuwaschen und Richard gleichzeitig davon abzuhalten, Menschen Vertrauen zu schenken, die ihn zerstören wollen.

Eastwood-Film nach einer wahren Begebenheit

Clint Eastwood war fasziniert von der tragischen Geschichte des naiven Mannes, dessen Leben sowohl von den Medien als auch von der Justiz auf den Kopf gestellt wurde. „Wir sehen oft Geschichten über mächtige Leute, die beschuldigt werden, aber sie haben Geld, bekommen den richtigen Anwalt und entkommen der Strafverfolgung“, sagt er. „Ich war an der Geschichte von Richard Jewell interessiert, weil er der gewöhnliche Mann, der Durchschnittsmensch war. Er wurde zwar nie strafrechtlich verfolgt, aber in jeder anderen Hinsicht. Es gab diese Eile, ihn zu verurteilen, ihn anzuklagen, und er hatte keine Chance, sich dem zu entziehen, und war lange Zeit zu naiv und idealistisch, um zu sehen, dass er sich selbst retten musste.“

Die Hauptrollen übernehmen Oscar-Preisträger Sam Rockwell („Three Billboads Outside Ebbing, Missouri“) als Watson Bryant und Kathy Bates („Misery“, TV-Serie „American Horror Story“) als Richards Mutter Bobi, Jon Hamm („Baby Driver“) als leitender FBI-Ermittler, Olivia Wilde („Life Itself“) als Kathy Scruggs, Reporterin der Zeitung Atlanta Journal-Constitution, und Paul Walter Hauser („I, Tonya“) als Richard Jewell. Das Drehbuch von Billy Ray („Captain Phillips“) basiert auf dem Vanity Fair-Artikel „American Nightmare – The Ballad of Richard Jewell“ von der Journalistin Marie Brenner.