Marlies Osterkamp (l.) und Klaudia Tiemeshen vom Ambulanten Hospizdienst.
Borken. Ein Eis essen gehen, noch einmal spazieren, ein Lieblingslied hören: Was am Ende zählt, sind oft keine großen Dinge. Genau darum geht es dem Ambulanten Hospizdienst der Caritas in Borken, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert. Mit einer besonderen Veranstaltung möchte er daran erinnern, dass Sterben Teil des Lebens ist.
„Wenn man Menschen fragt, wo sie sterben möchten, sagen die meisten: zu Hause“, berichten Klaudia Tiemeshen und Marlies Osterkamp, zwei der vier hauptamtlichen Koordinatorinnen des Ambulanten Hospizdienstes. „Gut ist es, sich mit dem Thema rechtzeitig zu beschäftigen – und nicht erst, wenn die Krise da ist“, sagt Tiemeshen.
Begleitung im eigenen
Zuhause
Der Ambulante Hospizdienst begleitet schwerstkranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase, in der Regel in ihrem eigenen Zuhause. Neben Tiemeshen und Osterkamp gehören Christiane Viet und Christiane Janneschütz zum Koordinationsteam. Alle vier kommen aus der Pflege. Beim ersten Besuch klären sie gemeinsam mit der erkrankten Person und ihren Angehörigen, was gewünscht und benötigt wird.
Ein zentraler Bestandteil der Arbeit sind die Ehrenamtlichen. In Borken engagieren sich derzeit 124 Menschen, die alle einen Vorbereitungskurs absolviert haben. Sie hören zu, gehen spazieren, spielen Karten oder verschaffen Angehörigen eine Auszeit. „Als pflegender Angehöriger kommt man schnell in die Versorgerrolle“, erklären die Koordinatorinnen. Ein Hospizbegleiter könne Entlastung geben – und dem Sterbenden die Möglichkeit, mit jemandem Neutralen zu sprechen.
Entscheidend sei die Auswahl des passenden Menschen. „Wir kennen jeden einzelnen Ehrenamtlichen sehr gut und überlegen, ob die Aufgabe wirklich passt“, sagt Osterkamp. Weil die Begleitung in einer verletzlichen Lebensphase stattfindet, müssten Nähe und Distanz sorgsam ausbalanciert werden. Zur Unterstützung gibt es fünf Gruppen für Austausch und Supervision. Wie oft ein Ehrenamtlicher vorbeikommt, entscheidet er selbst.
Mehr Bekanntheit
gewünscht
Wenn sich die Koordinatorinnen etwas wünschen dürften, dann wäre es, dass der Ambulante Hospizdienst noch bekannter wird. „Es gibt bestimmt viele Menschen, die davon profitieren würden“, sagen sie. Im Nachhinein hören sie manchmal Sätze wie: „Das hätte ich mir für den Verstorbenen gewünscht.“
Eng arbeitet der Hospizdienst auch mit dem Palliativnetzwerk zusammen. Es bietet Unterstützung von der medizinischen Versorgung bis zur Erinnerungsarbeit – und ermöglicht kleine, schöne Momente: einen Ausflug, ein Eis, ein letztes gemeinsames Erlebnis.
Musik als Brücke
Zum Jubiläum lädt der Ambulante Hospizdienst am Donnerstag, 19. November, um 19 Uhr in die Stadthalle Vennehof ein. Der Autor und Künstler Stefan Weiller gastiert dort mit seinem Programm „Letzte Lieder – Sterbende und die Musik ihres Lebens“.
Für sein Langzeitprojekt hat Weiller Sterbende nach der Musik ihres Lebens gefragt: Welches Lied begleitet sie? Welche Erinnerungen verbinden sie damit? Daraus sind Geschichten über Liebe, Verlust, Hoffnung und das entstanden, was am Ende bleibt. Musik wird dabei zur Brücke zu existenziellen Fragen – mal heiter, mal nachdenklich, immer nah am Leben.
In Borken wird Weiller vom Projektchor unter der Leitung von Stephan Lemanski unterstützt. Der Abend verspricht Geschichten, Musik und Begegnungen – und soll zeigen, dass die Auseinandersetzung mit dem Tod nicht düster sein muss. „Man lebt bewusster, wenn man sich mit dem Tod beschäftigt“, sind die Koordinatorinnen überzeugt. „Es geht bei unserer Arbeit um ganz viel Menschlichkeit.“
Karten und Verlosung
Tickets gibt es im Büro des Ambulanten Hospizdienstes der Caritas Borken, Turmstraße 14, unter 02861/ 945853, online unter www.vb-event.de/letztelieder sowie auf der Homepage der Caritas Borken.
Der Stadtanzeiger verlost außerdem Freikarten. Wer teilnehmen möchte, sendet bis Sonntag, 8. November, eine SMS oder WhatsApp mit dem Stichwort „Letzte Lieder“ sowie Name und Adresse an die Nummer 0151/46325340. Die Gewinner werden benachrichtigt; ihre Namen werden am Veranstaltungstag auf der Gästeliste hinterlegt.
Gewinnspiel-Teilnahmebedingungen
Unter folgender Internetadresse finden Sie unsere Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele: www.stadtanzeiger-borken.de/verlag/teilnahmebedingungen
Informationen zum Datenschutz finden Sie unter www.stadtanzeiger-borken.de/verlag/datenschutz
Einsendeschluss für die Verlosung ist der 8. November 2026. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel werden die vorgenannten Teilnahmebedingungen ausdrücklich anerkannt.
Wer Interesse hat, Menschen in ihrer letzten Lebenszeit ehrenamtlich zu begleiten: Ein Infoabend für den nächsten Befähigungskurs wird am Montag, 23. November, von 18 bis 19 Uhr im Raum 48, Heidenerstraße 48, in Borken angeboten.