Heiden/Recklinghausen. Wenn sich ein Bus aus dem Münsterland auf den Weg zu den Ruhrfestspielen macht, ist es längst mehr als ein gemeinsamer Theaterbesuch. Hinter der Fahrt steht ein Konzept, das Kultur, Begegnung und Inszenierung miteinander verbindet – geprägt von der Handschrift von Mechthild Klinkenbusch aus Heiden.
Insgesamt 91 Teilnehmer – darunter viele Familien sowie 19 Kinder und junge Menschen – folgten der Einladung der erfahrenen Organisatorin, die seit Jahren mit ihren „Theater-, Promotion- und Eventtouren Münsterland“ generationenübergreifende Kulturerlebnisse schafft. Schon die Anreise wurde zum Erlebnis: Im Bus sorgten ein liebevoll gestaltetes Event-Café und kleine Überraschungen für beste Stimmung.
Vor Ort begann das Programm mit einem besonderen Blick auf die Wurzeln der Ruhrfestspiele. Der ehemalige Bergmann Friedhelm Steckel erzählte eindrucksvoll von der Geburtsstunde des Festivals und ließ zur Erinnerung sogar Tauben fliegen – ein Moment, der viele berührte. Als Andenken erhielten alle Teilnehmenden ein Stück Kohle. Unterstützt wurde das Rahmenprogramm von Stadtführerin Brigitte Wefringhaus sowie Didgeridoo-Musiker Klaus Alte-Teigeler.
Im Mittelpunkt stand anschließend der Besuch der Produktion „Ten Thousand Hours“ der australischen Kompanie Gravity & Other Myths. Die eindrucksvolle Akrobatik-Show verzichtete bewusst auf große Effekte und richtete den Blick auf das, was hinter Perfektion steckt: Ausdauer, Vertrauen und das immer wieder neue Versuchen. Acht Akrobatinnen und Akrobaten zeigten mit großer körperlicher Präsenz und Live-Musik, wie aus unzähligen Wiederholungen schließlich scheinbar mühelose Momente entstehen. Das Publikum erlebte eine intensive, fast poetische Inszenierung, die die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt eindrucksvoll vermittelte.
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte einmal mehr Mechthild Klinkenbusch selbst. Mit ihrem unverwechselbaren Gespür für Inszenierung trat sie zunächst in einem goldgeprägten Outfit mit Schachthut auf – eine Hommage an „80 Jahre NRW“ und die Wurzeln der Ruhrfestspiele. Später überraschte sie mit einem originellen Kostümwechsel: In sonnengelber Australien-Garderobe samt Hut mit prächtigem Pfauenmotiv griff sie das Thema des Abends auf und sorgte für Begeisterung unter den Mitreisenden. Die Tour bestätigte erneut ihren besonderen Charakter: Sie verbindet Kultur, alle Generationen und außergewöhnliche Erlebnisse auf einzigartige Weise. Viele Teilnehmer äußerten bereits auf der Rückfahrt den Wunsch, auch im kommenden Jahr wieder dabei zu sein – wenn es heißt: Auf zu den Ruhrfestspielen mit Mechthild Klinkenbusch.