Ulrike Richard (1. Vorsitzende), Robert Blicker (2. Vorsitzender, l.) und Schriftführer Willi Hagedorn vom Schalke-Fanclub „Glück Auf Borken“ freuen sich über Schalkes Herbstmeisterschaft und blicken voller Zuversicht auf die anstehende Bezirksversammlung im Stadtarchiv Borken. Foto: hie
Borken. Blau und Weiß, wie lieb ich dich – dieser Satz trifft in Borken mitten ins Herz. Der Schalke-Fanclub „Glück Auf Borken“ blickt in diesen Tagen auf eine ausgesprochen positive Stimmung, denn: Schalke 04 ist Herbstmeister und aktuell Tabellenführer. Nach all den schwierigen Jahren hätte das wohl kaum jemand erwartet. „Es macht stolz zu sehen, wie die Mannschaft innerhalb von einem Dreivierteljahr zusammengewachsen ist – davon hat kein Schalker zu träumen gewagt“, sagt die erste Vorsitzende Ulrike Richards begeistert. Trotz begrenzter Mittel und mancher Altlasten habe der Verein eine „Glanzleistung“ hingelegt. Die Zuversicht ist spürbar – auf Schalke wie auch in Borken.
Vom Kneipengespräch zum Fanclub
„Glück Auf Borken“ entstand 2014 – aus einer spontanen Idee heraus, fast aus einer Bierlaune. Zwei Freunde beschlossen damals, dass es höchste Zeit sei, in der Kreisstadt Borken einen eigenen Fanclub zu gründen. Ulrike Richards, gebürtige Gelsenkirchenerin und Schalkerin „von Geburt an“, war von Beginn an dabei und übernahm schließlich den Vorsitz. Ihr zur Seite stehen Robert Blicker als zweiter Vorsitzender und Willi Hagedorn als Schriftführer.
Heute zählt der Fanclub rund 44 Mitglieder – früher waren es sogar einmal etwa 60. Treffpunkt ist die Gaststätte „Einhaus“ in Borken, wo gemeinsam die Spiele verfolgt werden. Zudem gibt es drei feste Termine im Jahr, an denen die Mitglieder zusammen eine Fahrradtour unternehmen, Boule spielen oder ein internes Dart-Turnier austragen. „Bei uns ist es so schön familiär“, sagt Ulrike Richards. „Wir kennen alle Mitglieder persönlich – das macht uns aus.“ Manche besitzen Dauerkarten, andere schauen die Spiele lieber gemeinsam bei „Einhaus“. Doch eines eint sie alle: die Liebe zu Schalke.
Bezirksversammlung steht bevor
Am 23. Januar 2026 steht für die Borkener Schalker ein besonderes Ereignis an: Ihr Fanclub richtet die Bezirksversammlung des Schalker Fanclub-Verbandes aus. Sie findet im Borkener Stadtarchiv statt, rund 100 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Seit mittlerweile zehn Jahren ist der Fanclub Mitglied im Verband – dafür wurde er bereits geehrt. „Wir gehören zum Bezirk vier und nehmen an allen Versammlungen teil“, erzählt die Vorsitzende.
Thematisch drehen sich die Treffen um Karten- und Einlassregelungen, Fragen rund ums Fandasein und das Verhalten der Fanclubs. Auch Diskussionsrunden gehören fest dazu. Traditionell beginnt die Versammlung – wie könnte es anders sein – um 19.04 Uhr und dauert meist bis etwa 21 Uhr. In diesem Jahr wird mit Stefan Hegmanns ein besonderer Gast erwartet: Der Borkener wurde jüngst in den Aufsichtsrat von Schalke 04 gewählt.
Erinnerungen und Emotionen
Schalke-Fans leben von Erinnerungen – schönen wie schmerzhaften. Schriftführer Willi Hagedorn erinnert sich an die legendäre, aber bittere „Vier-Minuten-Meisterschaft“ von 2001. Sein Vater habe ihn schon früh mit ins Stadion genommen: „Wenn du das einmal erlebt hast, bleibst du Schalker dein Leben lang.“ Zweiter Vorsitzender Robert Blicker denkt noch gern an das spektakuläre 6:6 im Parkstadion mit Olaf Thon zurück – „unvergesslich, purer Wahnsinn“. Und Vorsitzende Ulrike Richards schwärmt besonders von der Choreografie beim jüngsten Heimspiel gegen Nürnberg: „Das war Gänsehaut pur. Da sieht man, was diesen Verein und seine Fans ausmacht.“
Wünsche und Ausblick
Für das kommende Jahr ist der Wunsch klar: Schalke soll aufsteigen. Hoffnung und Zuversicht sind groß – nicht nur wegen der Tabellenführung, sondern vor allem wegen des Zusammenhalts. „Wir sind eben Malocher, Kumpel – wir stehen zusammen, egal was kommt“, sagt Ulrike Richards, deren Familie tief im Bergbau verwurzelt ist. „Das ist das, was Schalke ausmacht – dieses Wir-Gefühl.“
Wer dieses Gefühl teilen möchte, ist beim Fanclub „Glück Auf Borken“ herzlich willkommen. Interessierte können einfach in der Gaststätte „Einhaus“ vorbeischauen – besonders, wenn Schalke spielt.