Christina Golldack. Foto: Lena Kreiselst-Dieckmeyer
Münsterland. Mit Christina Golldack hat erstmals eine Popkantorin ihren Dienst im Evangelischen Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken angetreten. Die 39-jährige Musikerin aus Ibbenbüren soll künftig die christliche Popularmusik im Kirchenkreis stärken, Chöre und Bands begleiten sowie Musiker vernetzen und beraten.
Für Golldack ist Musik weit mehr als ein Beruf: „Gospel, Worship und neue geistliche Musik – das ist meine Sprache“, sagt sie. Besonders das gemeinsame Singen mit Band, Orchester oder Bigband habe für sie eine besondere Kraft. In ihrer langjährigen Arbeit mit Chören habe sie immer wieder erlebt, wie Musik Menschen erreicht, die mit Kirche zunächst wenig anfangen können. „Über die Musik entsteht Verbindung – zu sich selbst, zu anderen und zu Gott“, beschreibt sie ihre Erfahrung.
Ihre eigene Begeisterung entdeckte Golldack bereits mit elf Jahren bei einem Gospelkonzert. Kurz darauf wurde sie Mitglied im Gospelchor der Kirchengemeinde Lengerich-Hohne, in dem sie bis zum Abitur sang. Um an Workshops teilnehmen zu können, finanzierte sie sich diese früh durch Nebenjobs. Mit 18 Jahren stand sie erstmals auf der Bühne der Freilichtspiele Tecklenburg in einer Musicalproduktion.
Nach dem Abitur studierte sie im ersten Jahrgang des Studiengangs Popularmusik an der Universität Osnabrück. Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin. Es folgten zahlreiche Studioaufnahmen, unter anderem mit dem Jazz- und Kirchenmusiker Micha Keding.
Heute ist Golldack als Sängerin, Chorleiterin und Gesangsdozentin tätig. Sie leitet mehrere Chöre, unterrichtet an der Landesmusikakademie NRW und steht als Solistin sowie mit eigener Band auf der Bühne.
Für ihren Start im Kirchenkreis hat sie bereits konkrete Pläne: Unter dem Titel „Here I Am to Worship“ möchte sie sich musikalisch in den Gemeinden vorstellen. Geplant sind offene Treffen in entspannter Atmosphäre, bei denen gemeinsam gesungen und musiziert wird.
Für Golldack steht dabei nicht nur die Musik im Mittelpunkt, sondern auch das Gemeinschaftserlebnis: „Musik kann den Alltag unterbrechen, Menschen zusammenbringen und neue Zugänge zum Glauben eröffnen“, sagt sie. Für sie selbst sei Musik deshalb vor allem eines: „lebendiger Glaube“.