Die Truppe des Stützpunktes Legden mit Ludger Bruns (Mitte). Foto: Anton Kurenbach/Autobahn Westfalen
Dorsten. Wer auf der Königsberger Allee zu schnell um die Kurve fährt, übersieht sie leicht – die unscheinbare Einfahrt zur Autobahnmeisterei Dorsten. Abgelegen liegt sie da, fast versteckt im Grünen. „Uns stört das nicht“, sagt Leiter Heiko Kemper. „Passt doch zu unserer Strecke.“ Die führt über die lange A31, den „Ostfriesenspieß“, Richtung Emsland und Nordsee – durchs Ländliche, kilometerweit. Zum Revier der Meisterei gehören mehr als 81 Kilometer A31 und zusätzlich 13 Kilometer A2 – eine ganz andere Welt. Auf der A31 fahren sie schnell, auf der A2 dicht an dicht. „Wenn du da eine Baustelle einrichtest, musst du echt aufpassen“, sagt Kemper. Routine gibt es nicht – ihr Alltag wechselt zwischen Landstraße und Ruhrgebietstrubel.
Die Mannschaft ist eingespielt. Viele sind seit Jahrzehnten dabei, neue Azubis und Quereinsteiger lockern die Reihen auf.
Stützpunkt Legden – klein, aber wichtig
Eine halbe Stunde nördlich, bei Legden, liegt der Außenstützpunkt. In einem kleinen Gewerbegebiet, umgeben von Feldern, arbeitet Kolonnenführer Ludger Bruns mit sechs Kollegen. In einer Mappe sammelt er die Geschichte der Strecke: Zeitungsausschnitte, alte Fotos, Erinnerungen. „Hier, das war das Schneechaos 2005“, sagt er und blättert um. Strommasten auf der Fahrbahn, Tage voller Einsatz.
Auch schwere Unfälle gehören zur Chronik: ein Lkw, der eine Kehrmaschine von der Straße drängte, ein Marmeladentransporter, der seine Ladung verlor, die Massenkarambolage von 2011 mit über 50 Fahrzeugen. Bruns kennt sie alle. Die A31 wächst und verändert sich – von den 1980er-Jahren bis zum Lückenschluss 2004, der das Ruhrgebiet mit der Nordsee verband. Früher war Legden eine eigene Meisterei, seit 1994 gehört sie zu Dorsten. „Im Winterdienst wären wir sonst zu weit weg“, sagt Bruns. Die Salzhalle in Ochtrup-Nord markiert die Grenze. Auch Kollegen aus Schüttorf greifen dort mal zu – heute hilft man sich über Zuständigkeitsgrenzen hinweg.
Erinnerung und Verantwortung An der Autobahnkapelle bei Tungerloh-Capellen pflegt die Meisterei das Denkmal für im Dienst verstorbene Straßenwärterinnen und Straßenwärter. Jedes Jahr wird dort gemeinsam ein Kranz niedergelegt – ein stilles Zeichen des Respekts. „Das ist uns wichtig“, sagt Kemper. „Wir wissen, wie gefährlich dieser Beruf sein kann.“
2025 feierte die Autobahnmeisterei Dorsten ihr 40-jähriges Bestehen – eigentlich sogar ein Jahr früher, denn gearbeitet wurde schon 1984. Heute bilden Dorsten und Legden ein starkes Team, das zuverlässig im Hintergrund für Sicherheit auf zwei der wichtigsten Autobahnen im Westen sorgt