Münsterland

Rekord für die Wiesenvögel

09.08.2026

Die gerade selbstständigen Uferschnepfen sammeln sich oft gemeinsam an Flachgewässern, um dort Nahrung zu suchen. Daher werden Kleingewässer oft mit Wildtierkameras beobachtet. Fotos: BSZwillbrock_Daniela Reich

Die gerade selbstständigen Uferschnepfen sammeln sich oft gemeinsam an Flachgewässern, um dort Nahrung zu suchen. Daher werden Kleingewässer oft mit Wildtierkameras beobachtet. Fotos: BSZwillbrock_Daniela Reich

Münsterland. Gute Nachrichten: Die Amtsvennwiesen bei Alstätte erleben in diesem Jahr ein Rekordergebnis für den Wiesenvogelschutz. Nach jahrelangen Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums haben Uferschnepfe, Brachvogel und Kiebitz so erfolgreich gebrütet wie selten zuvor.

Mit 19 Brutpaaren der Uferschnepfe, 14 Brutpaaren des Brachvogels und 44 Brutpaaren des Kiebitzes zählt das Gebiet zu den wichtigsten Wiesenvogelschutzflächen im Kreis Borken. Besonders die Uferschnepfe verleiht den Amtsvennwiesen überregionale Bedeutung, denn in Nordrhein-Westfalen gibt es nur noch rund 70 Brutpaare dieser seltenen Art.

Dass sich die Bestände so positiv entwickeln, ist das Ergebnis einer langjährigen Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Jagd und Naturschutz. Auf den Flächen wurden Bewirtschaftung und Pflege angepasst, Kleingewässer wiederhergestellt, Gehölze entfernt und Brutplätze gezielt geschützt. So ist ein Mosaik aus Mähweiden, Mähwiesen und Weiden entstanden, das den Vögeln sowohl sichere Brutplätze als auch gute Bedingungen für die Aufzucht der Küken bietet.

Ein besonderer Erfolg zeigt sich bei der Uferschnepfe: Seit Projektbeginn wurden meist nur ein bis sechs Jungvögel flügge, in diesem Jahr sind es 40. Auch 14 junge Brachvögel und 46 Kiebitze haben das Nest verlassen. Möglich wurde das unter anderem durch Sofortgelder des Landes NRW, mit denen zusätzliche Schutzmaßnahmen und ein weiterer Jäger finanziert werden konnten.

Die Biologische Station Zwillbrock hofft nun, die erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können. Das Projekt LIFE Wiesenvögel NRW läuft noch bis Ende 2027, eine Verlängerung bis 2028 ist beantragt.

Uferschnepfenküken müssen sich, wenn auch unter Aufsicht der Elterntiere, vom ersten Tag an die Nahrung selbst suchen.

Uferschnepfenküken müssen sich, wenn auch unter Aufsicht der Elterntiere, vom ersten Tag an die Nahrung selbst suchen.